Das Projekt umfasst auch zwei 137 Meter hohe Wohn- und Geschäftstürme sowie eine Wohnsiedlung mit 173 Genossenschaftswohnungen. Es wird mit Investitionen von rund 550 Millionen Franken gerechnet, wie es am Dienstag an einer Medienkonferenz hiess. Die Stadt kann mit einem Baurechtszins von 1,1 bis 1,4 Millionen Franken pro Jahr rechnen.

Die Vereine GC und FCZ brauchten wieder ein "richtiges Fussballstadion", um sportlich und wirtschaftlich auf gesunden Füssen zu stehen, sagte Stadtrat Gerold Lauber. Das Stadion werde attraktiv für die Zuschauer und biete den beiden Fussballclubs zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Die Club-Verantwortlichen stehen hinter dem Siegerprojekt.

Raymond Rüttimann, Leiter Entwicklung und Bau im Real Estate Investment Management der Credit Suisse

Raymond Rüttimann, Leiter Entwicklung und Bau im Real Estate Investment Management der Credit Suisse

Baubeginn noch offen

Wann erstmals ein Ball im neuen Stadion für maximal 18'500 Zuschauer rollt, kann laut Stadtrat Daniel Leupi noch nicht verbindlich gesagt werden. In den letzten 20 Jahren scheiterten schon mehrere Stadionprojekte. Zuletzt lehnten die Stadtzürcher Stimmberechtigten knapp ein 216-Millionen-Franken-Stadion auf Kosten der Stadt ab.

Die Stadt will sich deshalb nicht mehr finanziell engagieren. Sie startete im letzten Herbst einen Investorenwettbewerb und suchte ein Bieterteam, das ein Fussballstadion, gemeinnützige Wohnungen und ein Investorenprojekt plant, baut und finanziert. Die Stadt stellt das Areal mit einer Gesamtfläche von fast 55'000 Quadratmetern im Baurecht zur Verfügung.

Stadtrat Daniel Leupi: "Die Glassteinlösung mit dem bunten Stadion finde ich ein witziges Element"

Stadtrat Daniel Leupi: "Die Glassteinlösung mit dem bunten Stadion finde ich ein witziges Element"

Zürich - 12.7.16. - "Ensemble" heisst das Projekt und umfasst neben dem Fussballstadion weitere Gebäude. Zwei Wohn- und Geschäftstürme sind geplant. Stadtrat Daniel Leupi erklärt das Projekt in Interview.

Mit dem Projekt "Ensemble" konnten die beiden Investoren HRS und CS die Jury überzeugen. Das Team habe "einen detaillierten, gut durchdachten und stimmigen Businessplan" vorgelegt, sagte Stadtrat Leupi.

Höher als Prime Tower

Die beiden Hochhäuser an der westlichen Spitze des Hardturm-Areals in Zürich-West haben eine Hauptnutzfläche von rund 66'000 Quadratmetern. Sie werden laut Stadtrat André Odermatt "als Tor von Zürich" eine wichtige städtebauliche Bedeutung haben. Das bislang höchste Gebäude in der Stadt, der Prime Tower, ist 126 Meter hoch.

Markus Knauss, Co-Geschäftsführer VCS Zürich und Zürcher Gemeinderat (Grüne)

Markus Knauss, Co-Geschäftsführer VCS Zürich und Zürcher Gemeinderat (Grüne)

Das Stadion sei "sehr einfach, reduziert und dennoch raffiniert eigenständig", fand die Wettbewerbsjury. Die Fassade soll aus Glasbausteinen bestehen, die mit LED-Elementen bestückt einen bespielbaren Screen ergeben.

Die HRS Real Estate AG erstellt die beiden Hochhäuser im Auftrag der Investorin Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse. Das Stadion wird im Besitz der bereits gegründeten Stadioneigentümergesellschaft Stadion Züri AG sein und schlüsselfertig einer von GC und FCZ zu gründenden Stadionbetriebsgesellschaft vermietet.

Der gemeinnützige Wohnungsbau im Osten des Areals wird in Kooperation mit der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) geplant und dieser nach der Fertigstellung übertragen. Im Wohnkomplex ist auch ein Kindergarten vorgesehen.

Als nächsten Schritt wird das Siegerteam sein Projekt bis zur Bewilligungsfähigkeit weiterbearbeiten. Anschliessend werden ein privater Gestaltungsplan erarbeitet und die Baurechtsverträge ausgehandelt, die dann dem Gemeinderat vorgelegt werden. Der Stadtrat rechnet mit einer Volksabstimmung.