TalkTäglich
Hans Egli über Extasia: «Pornografie geht mit illegaler Prostitution Hand in Hand»

Nach zehn Jahren kommt die Extasia wieder zurück nach Zürich - und mit ihr die hitzige Debatte, ob eine Erotikmesse tatsächlich angebracht ist. In der Sendung «Talk Täglich» diskutieren Aviva Rocks, bekannte Pornodarstellerin aus der Schweiz, Doris Fiala, FDP-Nationalrätin und Hans Egli, Zürcher Kantonsrat (EDU).

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Die Erotikmesse Extasia, die im Mai in den Zürcher Messehallen stattfinden wird, sorgt bei EDU- und SVP-Kantonsräten für rote Köpfe. Der Kanton dürfe einen solchen Schmuddel-Anlass keinesfalls akzeptieren, argumentieren die Gegner der Veranstaltung. Erst recht nicht in einer Liegenschaft, an der er beteiligt sei.

Dem Thema widmete sich auch die Sendung «TalkTäglich» unter der Moderation von Oliver Steffen. Hans Egli ergreift als erster das Wort, für ihn wird Extasia «zum grössten Bordell der Stadt Zürich» und es sei nicht die Aufgabe des Kantons, der Erotik-Branche eine Plattform zu bieten. Auch das verzerrte Frauenbild, als kaufbares Sexobjekt, ist dem EDU-Politiker ein Dorn im Auge.

Extasia fand im Jahr 2006 zum letzten Mal in Zürich statt.

Extasia fand im Jahr 2006 zum letzten Mal in Zürich statt.

Tele Züri

Ganz anders tönt es von Seiten der Profi-Pornodarstellerin Aviva Rocks: «Diese Frauen wollen in dem Moment als Sexobjekt behandelt werden, sie suchen diese Bestätigung.» Doch das trifft natürlich nicht generell auf Frauen zu, erklärt die 26-Jährige, «es gibt alles. Ich kann mir dafür nicht vorstellen, als Familienmutter hinter dem Herd zu stehen, andere wollen das.»

Doris Fiala will weder wissen, ob Egli beim Liebesakt mit seiner Frau das Licht löscht, noch wer die Erotikmesse tatsächlich besucht: «Das ist Privatsache», sagt sie. Wichtig sei einzig, dass die Frauen vor Ausbeutung geschützt werden. Was bei der Extasia zutreffe.

«Fakt ist», kontert Egli, «dass Prostitution und Pornografie Hand in Hand gehen. Somit ist Extasia eine Werbeplattform für Prostitution.» Dieser Aussage widerspricht Aviva Rocks, «ich sehe keinen Zusammenhang! Das sind zwei komplett verschiedene Welten. Die Politik sollte eher bei der Prostitution ansetzen, dort läuft im Hintergrund vieles falsch.»

FDP-Nationalrätin Fiala möchte zum Schluss noch klarstellen, dass die Stadt Zürich die Räume nur vermietet - und nicht sponsert.

Hier können Sie die ganze Talktäglich-Sendung ansehen:

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