Wird in Zürich gefestet, bleibt als Andenken tonnenweise Abfall liegen und das nicht nur rund um das Seebecken, sondern auch im Zürichsee. Von Glasflaschen über Fahnen bis zu ganzen Velos – selbst ein verrostetes Einkaufswägeli ist auf dem Grund zu finden.

Besonders nach Grossanlässen wie dem Züri-Fäscht, Ironman und der Street Parade verwandelt sich der See in den grössten Güselkübel der Stadt und beschert freiwilligen Abfalltauchern jede Menge Arbeit. 

Bruno Tüscher, Geschäftsführer des Tauchcenters Scuba Viva, zeigt seine Schätze, welche er auf dem Grund des Sees gefunden hat. Aus seinem Sack zieht er Handys, Geld und jede Menge Sonnenbrillen. Auch ein Portemonnaie ist dabei, das Geld noch enthalten. Es wurde also nicht gestohlen, sondern lediglich verloren. "Von einem Betrunkenen wahrscheinlich", glaubt Tüscher. 

Die Spuren der Street Parade

Die Spuren der Street Parade

Die Besucher des Techno-Festes haben viel Abfall im Zürichsee hinterlassen. Taucher holen neben Müll, auch Wertsachen an die Oberfläche.

Vier bis sechs Tonnen Abfall im See

Der geringe Respekt der Besucher verwundere ihn schon, sagt der Taucher gegenüber "TeleZüri": "Die Menschen werfen ihre Sachen weg und vergiften unser schönes Wasser. Vielleicht müssten sie sich einmal in Gedanken rufen, dass der See unser grösster Trinkwasserspeicher für Zürich ist."

Allein seit Juni haben sich vier bis sechs Tonnen Abfall im See angesammelt. So lang ist es her, seit Bruno Tüscher und seine Taucher die letzte grosse "Putzete" durchgeführt haben. Die nächste Reinigung ist bereits in Planung, in der bis zu 120 Taucher involviert sein sollen.

"Alle die gerne mitmachen wollen, sind herzlich willkommen", versichert Tüscher. Meist blieben auch Passanten stehen und würden mithelfen. Da die Taucher sich auf freiwilliger Basis engagieren, erhalten sie kein Geld für ihre Arbeit. Im Gegenzug stellt ihnen die Stadt jedoch gratis Mulden zur Verfügung und am Ende gibts ein leckeres Mitagessen für die eifrigen Helfer.