Die Halter-Generalunternehmung bezweifelt, dass das geplante Asylzentrum in Zürich-West in der angedachten Form «ökonomisch opportun, städtebaulich vertretbar» und einer prosperierenden Stadtentwicklung förderlich wäre. Die Firma stellt deshalb einen eigenen Vorschlag zur Diskussion.

Es handle sich um eine «städtebauliche Alternative» mit dem Ziel, «einer drohenden Abwertung des aufstrebenden Quartiers entgegen zu wirken», teilte die Halter AG am Freitag mit. Die Projektstudie mit dem Namen «Züri-West-Mitti» werde nun der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Die Projektstudie sieht vor, neben dem geplanten Bundesasylzentrum 325 günstige Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen von rund 9400 Quadratmetern zu realisieren. Die Räumlichkeiten für das temporäre Asylzentrum könnten zudem später als Wohn- und Gewerberaum umgenutzt werden.

Gegen Schnellschuss

Mit dem Vorschlag plädiere man für mehr Urbanität, für verdichtetes Bauen sowie für die optimale Ausnutzung von wertvollen Arealflächen. Gleichzeitig wendet sich die Generalunternehmung damit «gegen eine Schnellschuss-Lösung, die eine städtebauliche Fehlentwicklung nach sich ziehen würde.»

Mit der «Projektvision» wollen die Verantwortlichen den Anstoss geben «für einen sorgfältigen Planungsprozess mit einem städtebaulich-architektonischen Wettbewerbsverfahren.» Dieses soll sicherstellen, dass auf dem Duttweiler-Areal die von der Stadt Zürich geforderte hohen Qualitätsstandards gewährleistet werden.

Der Bund und die Stadt Zürich planen, auf dem Duttweiler-Areal ab Januar 2014 das Testzentrum des Bundes für ein neues, schnelleres Asylverfahren einzurichten. Vorgesehen ist eine Containersiedlung für 500 Asylsuchende. Das Areal befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) auf dem Gelände der ehemaligen Toni-Molkerei. Das Asylzentrum soll während 15 Jahren genutzt werden.

Stadtrat hält am Fahrplan fest

Stadtrat Martin Waser (SP) bezeichnete den Vorschlag der Halter AG als «interessanten Diskussionsbeitrag». Dieser zeige, dass ein Asylzentrum in diesem Kreis grundsätzlich möglich sei, sagte der Vorsteher des Sozialdepartements zur Nachrichtenagentur sda.

In dieser Form sei das Halter-Projekt allerdings nicht realisierbar, da für das Asylzentrum nur 50 Prozent des Duttweiler-Areals zur Verfügung stünden. Gemäss Waser dient ein Teil dem Tiefbaudepartement als Werkhof, einen zweiten wird die Polizei nutzen.

Am eingeschlagenen Weg hält der Stadtrat fest: Die Planungen für das Zentrum laufen weiter, die Baueingabe soll noch vor den Sommerferien erfolgen, wie Waser erklärte. Dagegen können Rechtsmittel ergriffen werden. «Wir wollen den Rechtsstaat nicht aushebeln.» Ziel bleibe, das Testzentrum Anfang nächsten Jahres in Betrieb zu nehmen.

Mehr Informationen zum Projekt: www.duttweiler-areal.ch