Voraussichtlich Ende April dürfte er "parat" sein, wie Jan Morgenthaler vom Projektteam am Montag vor den Medien ausführte. Im Rahmen von "Zürich Transit Maritim" soll neben dem Rathaus-Café während neun Monaten ein originaler Hochsee-Hafenkran aufgestellt werden. Die über 600'000 Franken teure Kunstaktion spielt mit der Fantasie, dass es in Zürich einst einen Hafen gab, der allmählich ausgegraben wird.

Ab dem 7. April wird damit begonnen, das Skelett des Krans freizulegen. Am 10. Mai soll mit einem Festakt dessen Freilegung öffentlich gefeiert werden.

Vom 4.-6. Juli findet neben und auf der Limmat ein Hafenfest statt. Beim eigens dafür gegründeten Verein Zürich Maritim können sich unter anderen noch Marktfahrer, Musiker, Gaukler und Gastronomen melden.


Stadträtliche Liebesgeschichte

Wenig festliche Stimmung herrschte jeweils in den Budgetdebatten des Zürcher Gemeinderates, wenn es um eine neue Kredittranche für das Hafenkran-Projekt ging. Das Spektrum reichte von "Symbol für Weltoffenheit" bis zu "Mahnmal für behördliche Sturheit".

Angerissen worden war das Projekt 2008, als Stadtrat Martin Waser (SP) noch dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED) vorstand. Später wechselte er ins Sozialdepartement. Ruth Genner (Grüne) übernahm das TED, erbte das umstrittene Projekt und wurde dafür hart kritisiert.

Waser gestand am Montag, dass sich zwischen dem Hafenkran und ihm eine Liebesgeschichte entwickelt habe. So habe er in einer Stadtratssitzung im vergangenen September Herzrasen und Schweissausbrüche bekommen, als feststand, dass das Projekt kippen könnte, weil es 120'000 Franken teurer werde.

Nach einem SMS-Wechsel mit seiner Frau sei klar gewesen, dass Wasers die 120'000 Franken übernehmen. Natürlich sei er froh, "wenn wir nicht die ganze Summe alleine tragen müssen".


Unmut in der Bevölkerung

Auf weniger Gegenliebe stiess das Projekt bei all jenen Zürcherinnen und Zürchern, welche die städtische Volksinitiative "Hafenkräne-Nein" unterschrieben haben.

Auf das aktuelle Projekt hat die Initiative keinen Einfluss mehr. An die Urne kommt sie erst, wenn der Stein des Anstosses, der Hafenkran, schon steht - oder gar schon wieder abgebaut ist.