Zürich
Hafenkran am Limmatquai sorgt wieder einmal für Unruhe

Das «Ungetüm» am Limmatquai ist der SVP schon lange ein Dorn im Auge. Auch jetzt droht der Abbau, da der Kran im Mittelpunkt geheimer Verladeaktionen der DDR stand.

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Seit April steht der Hafenkran in Zürich am Limmatquai. Die Meinungen dazu teilen sich.

Seit April steht der Hafenkran in Zürich am Limmatquai. Die Meinungen dazu teilen sich.

Keystone

Und wiedereinmal sorgt der Hafenkran am Limmatquai für Diskussionen: In einer am Mittwoch eingereichten Anfrage der SVP-Gemeinderäte Roland Scheck und Roger Liebi, soll der Stadtrat, die mit der Errichtung des Hafenkrans verbundene Verherrlichung der sozialistischen und militaristischen Politik der kommunistischen DDR, beurteilen. Scheck und Liebi berufen sich bei ihrer Anfrage auf einen Artikel aus der «Handelszeitung», wie der Tages-Anzeiger am Donnerstag schreibt.

Dieser schildere, wie die DDR vom Pier II des Rostocker Überseehafens aus die halbe Welt mit Kalaschnikows, Panzerfäusten, Handgranaten, Minen und Scharfschützengewehren belieferte. Inmitten der geheimen Verladeaktionen war offenbar auch der Delphin-Blocksäulenkran Nummer 43, der seit Anfang April in Zürich steht.

Wegen Kriegsmateriallieferungen soll der Kran nun definitiv abgebaut werden, fordert die SVP den Stadtrat auf. Würde «die Kunstattraktion» bestehen bleiben, müsse der Stadtrat Stellung dazu nehmen und bekannt geben, ob er vom Waffenexport wusste.

Der frühere SP-Stadtrat Martin Waser, welcher den Kunstwettbewerb lancierte, kann den Vorwurf nicht nachvollziehen. «Man kann doch einen Kran nicht moralisch beurteilen», meinte er gegenüber dem Tages-Anzeiger. Er sei erstaunt, dass der Kran immer wieder zum Diskussionspunkt werde. Es sei klar, dass er eine Vergangenheit habe und mit der DDR kontaminiert sei. (amo)