Kantonsrat

Gymi-Aufnahmeprüfung soll im Kanton Zürich abgeschafft werden

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Die Gymi-Aufnahmeprüfung soll im Kanton Zürich abgeschafft werden. Dies verlangt eine Parlamentarische Initiative (PI) von Grünen, SP und EVP. Der Kantonsrat hat den Vorstoss knapp mit 61 Stimmen vorläufig unterstützt. Nötig waren 60 Stimmen.

Wer heute im Kanton Zürich eine Mittelschule besuchen will, kommt um eine Aufnahmeprüfung nicht herum. Um die Aufnahmechancen zu erhöhen, besucht deshalb ein beträchtlicher Teil der Anwärterinnen und Anwärter spezielle Prüfungsvorbereitungskurse.

In den Augen der Initianten verschaffen sich die Schüler damit einen Wettbewerbsvorteil. Damit kommt es beim Aufnahmeverfahren zu «klaren Verzerrungen», wie Res Marti (Grüne, Zürich) im Rat ausführte. Durch kurzfristige Investitionen der Eltern gelangten heute Kinder ins Gymi, die eigentlich besser eine Lehre absolviert hätten.

Die Aufnahmeprüfung sei «nicht per se schlecht», sagte Moritz Spillmann (SP, Ottenbach). Allerdings stelle sie keine Chancengleichheit her. Über diesen «Systemfehler» müsse man nachdenken, und zwar ergebnisoffen.

Mögliche Alternative: Längere Probezeit

Zur heutigen Prüfunspraxis gibt es valable Alternativen, wie Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil) sagte. Möglich wäre demnach eine längere Probezeit. Damit stünde für den Zugang zur Mittelschule nicht länger die kurzzeitige, sondern die «langfristige Leistung» im Vordergrund.

Für ihr Anliegen konnten die Initianten lediglich einen Teil der BDP-Fraktion gewinnen. Die restlichen Fraktionen lehnten den Vorstoss ab. Andreas Erdin (GLP, Wetzikon) bezeichnete die Forderung der Initiative zwar als «nicht schlecht», allerdings entspringe sie einer «zu isolierten Betrachtungsweise». Man müsse nur an die organisatorischen Schwierigkeiten denken, mit denen die Gymnasien bei einem Wegfall der Aufnahmeprüfung konfrontiert würden.

SVP: Bildungsniveau «teilweise bedenklich»

Die Initianten wollten mit ihrem Vorstoss insgeheim die Maturaquote erhöhen, sagte Rochus Burtscher (SVP, Dietikon). Dabei sei das Bildungsniveau an den Mittelschulen bereits heute teilweise bedenklich. Die Hürden müssten seiner Meinung nach deshalb vielmehr erhöht werden.

«Die Abschaffung der Aufnahmeprüfung erscheint uns zu radikal», sagte schliesslich Sabine Wettstein (FDP, Uster). Zudem mischten sich die Initianten in die Aufgaben des Bildungsrates ein.

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