Gülle in Zürich
Gülle soll im Kanton Zürich weniger stinken

Wer im Frühling an einem Acker vorbei fährt, kennt den charakteristischen Gestank frisch verteilter Gülle. Künftig soll diese auch im Kanton Zürich die Luft weniger verpesten: Der Regierungsrat beantragt einen Kredit von 5,3 Millionen Franken für Projekte gegen die Ammoniakbelastung der Luft.

Drucken
Teilen
Der Güllegestank soll im Kanton Zürich vermindert werden.

Der Güllegestank soll im Kanton Zürich vermindert werden.

AZ

Das, was bei der verteilten Gülle stinkt, ist nämlich Ammoniak. 90 Prozent des Ammoniaks in der Luft stammt aus der Landwirtschaft. Dort ist er Teil des Hofdüngers, der im Frühling auf den Feldern als Dünger verteilt wird.

Allerdings belastet diese Art der Verteilung einerseits die Luft und andererseits ist sie wenig effektiv: zuviel Ammoniak geht in die Luft statt in den Boden. Für die Bauern bedeutet das, dass sie Stickstoffdünger kaufen müssen, statt den hausgemachten möglichst stark nutzen zu können.

Vergütung für Bauern

Seit 2008 gibt es in der Schweiz vom Bund geförderte Programme, um die Ammoniakbelastung der Luft zu senken und gleichzeitig die Düngerausbeute zu verbessern. 17 Kantone nutzen diese Programme bereits, bei denen der Bund 80 Prozent der Kosten übernimmt und 20 Prozent aus den Kantonskassen kommen.

Hauptsächlich geht es dabei darum, den Bauern einen Teil der Mehrkosten zu vergüten, welche sie haben, wenn sie die Gülle statt mit dem Druckfass mit Schleppschläuchen auf den Feldern verteilen. Zudem kostet das Abdecken der Sammelgruben.

15 bis 20 Prozent weniger

In Zürich wird das Projekt nach Regierungsangaben insgesamt 26 Millionen Franken kosten, von denen der Kanton 5,3 Millionen bezahlen will. Die erwarteten Reduktionen der Luftbelastung durch Ammoniak liegen bei 15 bis 20 Prozent.

Im Thurgau wurden bereits rund 31'000 Hektaren Land per Schleppschlauch gedüngt. Dafür bekamen die Bauern rund 45 Franken pro Hektare. In Luzern gibt es bis zu 100 Franken pro Hektare.

Aktuelle Nachrichten