Mit dem «Ständchen» einer Guggenmusik im Bezirksgefängnis Winterthur sind keine Rechtsverletzungen begangen worden. Die Sicherheit sei jederzeit gewährleistet gewesen, hält der Regierungsrat in der Antwort auf eine Anfrage der SVP fest.

Gemäss geltenden Sicherheitsvorschriften hätten alle Mitglieder der Guggenmusik ihre Ausweise, Mobiltelefone, Wertsachen und Taschen ausserhalb des für die Insassen zugänglichen Gefängnisbereichs abgegeben, teilte der Regierungsrat gestern mit.

Keinerlei Kontakte

Während des «Ständchens» im Innenhof seien die Häftlinge in den Zellen eingeschlossen gewesen. Es habe keinerlei Kontakte zwischen Häftlingen und Musikanten gegeben. Bei der Leiterin der Guggenmusik handelte es sich zudem laut Regierungsrat um eine Mitarbeiterin des Gefängnisses Winterthur. Sie kenne alle Mitglieder der Guggenmusik persönlich.

Der Guggenmusik-Auftritt im vergangenen Februar im Bezirksgefängnis Winterthur war kein aussergewöhnliches Ereignis. Vergleichbare Veranstaltungen würden auch in
andern Gefängnissen im Kanton Zürich durchgeführt, hält der Regierungsrat fest. Pro Jahr könne von zwei bis sechs solcher Veranstaltungen pro Gefängnis ausgegangen
werden.

Der Regierungsrat findet das auch richtig. Es spreche nichts dagegen, «wenn die hiesigen Volksbräuche etwas Abwechslung in den Gefängnisalltag bringen», schreibt er. Es handle sich um wenige, kurze Anlässe, und der Gewährleistung der Sicherheit werde jeweils oberste Priorität eingeräumt.

Die SVP hatte den Auftritt im Bezirksgefängnis Winterthur scharf kritisiert. Sie wollte in ihrer Anfrage wissen, ob die Sicherheitsvorschriften bei diesem Anlass gewährleistet waren und ob die Identität der Musikanten überprüft worden sei. Schliesslich seien die Mitglieder der Guggenmusik geschminkt und entsprechend schwierig zu identifizieren gewesen. (SDA)