Gubrist

Gubrist-Dach: Räte stellen sich gegen den Bundesrat

Überdeckung gefordert Das Gubrist-Portal bei Weiningen. jk

Überdeckung gefordert Das Gubrist-Portal bei Weiningen. jk

Durchbruch am Gubrist: Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat Ja gesagt zur Motion der nationalrätlichen Verkehrskommission. Damit muss der Bundesrat beim Bau der dritten Tunnelröhre am Gubrist eine Lösung finden, die Weiningen entgegenkommt.

Durchbruch am Gubrist - nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat Ja gesagt zur Motion der nationalrätlichen Verkehrskommission. Damit ist es amtlich: Der Bundesrat muss handeln und beim Bau der dritten Tunnelröhre am Gubrist eine Lösung finden, die auch den Interessen Weiningens entgegenkommt. Das Resultat fiel mit 21 zu 4 Stimmen deutlich aus. Der Ständerat folgte damit dem Antrag seiner eigenen Verkehrskommission.

Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug, der die Debatte in der kleinen Kammer gestern mitverfolgte, freut sich denn auch über den Entscheid. «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber eben nur ein kleiner Schritt», sagte er vorsichtig.

Langjähriger Kampf

Seit Jahren kämpft das Weindorf dafür, die A1 im Zuge des Ausbaus des Gubristtunnels vor dem Portal auf einer Länge von 270 Metern zu überdecken. Ein Anliegen, das in Bern bislang kaum Gehör fand und den Weininger Gemeinderat dazu brachte selber im Bundeshaus zu lobbyieren - erfolgreich, wie sich gestern zeigte.

Die Motion verlangt vom Bundesrat, dass er mit Weiningen und dem Kanton Zürich das Gespräch sucht. Dabei soll beim Bau der dritten Gubriströhre eine Lösung gefunden werden, die insbesondere im Bereich des Lärmschutzes für die Bevölkerung, anderseits aber auch den sicherheitsmässigen Anforderungen an den Verkehr Rechnung trägt.

Wie schon im Frühjahr, als das Geschäft im Nationalrat behandelt wurde, legte Bundesrätin Doris Leuthard die ablehnende Haltung der Landesregierung dar. Für Haug war das der Augenblick, als bei ihm die Anspannung «nochmals richtig stieg. Sie brachte nochmals Argumente vor, die wir längst widerlegt haben.»

Leuthard sprach gestern von einer «vertrackten Situation». Das Projekt des Kantons Zürich, welches dem Bundesrat 2007 vorgelegt worden sei, habe noch keine Überdeckung bei Weiningen vorgesehen. Erst als der Bund das Nationalstrassennetz übernommen habe, sei der Wunsch nach einer Überdachung laut geworden.

Einsatz der Zürcher Ständeräte

«Wir haben deshalb ein dreifaches Problem», hielt die Verkehrsministerin fest. Einerseits habe man diesen seinerzeitigen Gap, der mit den heutigen Wünschen der Regierung nicht mehr übereinstimme. «Wir haben zweitens das Problem, dass das nie Bestandteil des Plangenehmigungsverfahrens war», so Leuthard. Es bestehe deshalb auch ein Streit unter Juristen. Mittlerweile sage die Mehrheit der Juristen, man müsste es wahrscheinlich wie in jedem Plangenehmigungsverfahren nochmals auflegen. «Das würde eine Verzögerung der ganzen Gubrist-Problematik von drei bis fünf Jahren bedeuten», hielt sie fest. Derzeit geht man von einer Eröffnung der dritten Röhre im Jahr 2019 aus.

Das dritte Problem sei die Finanzierung des Weininger Begehrens, da es Mehrkosten zur Folge habe. Zudem ging Leuthard auch auf sicherheitstechnische Aspekte ein. «Das Bundesamt für Strassen hat der Gemeinde Weiningen und dem Kanton im letzten Dezember zwei Alternativen vorgeschlagen, weil eine Überdachung von 270 Metern Länge sicherheitstechnisch höchst problematisch wäre», sagte sie. Man müsste im Tunnel eine neue Lüftungsanlage einbauen.

Leuthards Ausführungen fanden wenig Gehör. Auch, «weil sich die Zürcher Ständeräte nochmals richtig ins Zeug legten», so Haug. Verena Diener sagte, der Zürcher Regierungsrat unterstütze dieses Vorhaben grundsätzlich und habe seine Bereitschaft erklärt, dem Kantonsrat und gegebenenfalls dem kantonalen Stimmvolk einen entsprechenden Kredit zu beantragen. Zudem sei er auch der Ansicht, dass sich die Überdeckung ohne wesentliche Verzögerung des Gesamtprojektes realisieren lasse. Felix Gutzwiller ergänzte, dass das Projekt von nationalem Interesse sei. Schon heute sei der betroffene Autobahnabschnitt einer der dichtest befahrenen in der Schweiz. Die Belastung für die Anwohner sei entsprechend gross.

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