S-Bahn-Ausbau
Grünes Licht für den 15-Minuten-Takt

Der Kanton Zürich bekommt vom Bund mehr Geld für den regionalen Personenverkehr und kann damit den S-Bahn-Ausbau vorwärts treiben.

Lina Giusto
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Bald gehts im Viertelstundentakt von Zürich nach Winterthur.

Bald gehts im Viertelstundentakt von Zürich nach Winterthur.

Keystone

Die Pendler im Kanton Zürich dürfen sich freuen. Bis 2021 sollen die Kapazitäten der S-Bahnen zwischen Zürich und Winterthur sowie im Limmattal und dem Zürcher Unterland ausgebaut werden können. Ermöglicht wird dieser S-Bahn-Ausbau durch einen Parlamentsentscheid in Bern vom Mittwoch. Nach dem Ständerat sprach sich auch der Nationalrat – wenn auch nur knapp mit 98 zu 92 Stimmen bei einer Enthaltung – für den Ausbau des Personenverkehrs aus. Konkret soll der regionale Bahn- und Buslinienverkehr in den nächsten vier Jahren mit 4,1 Milliarden Franken ausgebaut werden. Das sind rund 144 Millionen Franken mehr als ursprünglich geplant.

Damit stehen im Kanton Zürich die Lichter für die dritte Etappe der vierten Teilergänzung der Zürcher S-Bahnen auf Grün. Dazu gehört die Einführung des 15-Minuten-Taktes zwischen Zürich und Winterthur via Stadelhofen; im restlichen Gebiet des Kantons sollen die S-Bahnen künftig im Halbstundentakt verkehren.

Neben der Verdichtung des Angebotes auf den Regionallinien ab Winterthur sollen zudem 50 neue Doppelstockzüge ihren Betrieb aufnehmen. Carmen Walker Späh, Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich, sagt zur Aufstockung des regionalen Personenverkehrs: «Für den Wirtschaftsstandort Zürich ist ein gut funktionierendes öV-Netz auch in Zukunft sehr wichtig.» Was der Entscheid für den Kanton Zürich finanziell bedeute, müsse nun ausgearbeitet werden. Bei der Volkswirtschaftsdirektion hofft man, dass die Mittel für die letzte Etappe der vierten Teilergänzung damit gesichert sind.

Noch mehr Eisen im Feuer

Erst vergangene Woche gab das Bundesamt für Verkehr (BAV) den Ausbau der Bahninfrastruktur für 2030-2035 bekannt – anhand von zwei Budgetvarianten. Mit der kleinen Investitionsrunde von rund 7 Milliarden Franken könnte das Angebot auf der Linie durch den Brüttener-Tunnel zwischen Zürich und Winterthur in 13 Jahren ausgebaut werden. Mit der zweiten Budgetvariante von 12 Milliarden Franken stünde der Ausbau des S-Bahnhofes Stadelhofen für das BAV an erster Stelle.

In diesem Zusammenhang prüft das Bundesamt Möglichkeiten, um Projekte miteinander zu kombinieren. Wie das BAV vergangene Woche bekannt gab, wäre ein kombinierter Ausbau vom Bahnhof Stadelhofen mit einem Teilausbau des Lötschberg-Tunnels ein Favorit. Auch als attraktiv bewertet wird die Kombination der Ausbauten Stadelhofen und Zimmerbergertunnel II zwischen Horgen und Baar. Diese Ideen sind derzeit aber reine Zukunftsmusik. Der Bundesrat will die Vernehmlassung für den Ausbau der Bahninfrastruktur 2030-2035 Ende diesen Jahres eröffnen. Das Parlament berät also frühestens 2019 über eine entsprechende Vorlage.