Zürich
Grünes Licht für 130 Studenten-Zimmer – nur die SVP war dagegen

Der Zürcher Gemeinderat gibt grünes Licht für 130 neue Zimmer für Studentinnen und Studenten in Zürich-Wipkingen. Er hat am Mittwoch die Abgabe von rund 2800 Quadratmetern Land an der Rosengartenstrasse im Baurecht genehmigt.

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130 neue Zimmer für Studenten sollen entstehen. (Symbolbild)

130 neue Zimmer für Studenten sollen entstehen. (Symbolbild)

Zur Verfügung gestellt

Die Mitglieder des Gemeinderats folgten dem Antrag des Stadtrats mit 98 Ja- zu 22 Nein-Stimmen. Einzig die SVP hat sich gegen die Vorlage gewehrt.

Sie sah keinen Bedarf für die neuen Zimmer. Es sei kein Problem, beispielsweise ein WG-Zimmer zu finden. Wenn man das Land an den Meistbietenden verkaufe, wie die SVP in einer Motion forderte, komme der Erlös der Allgemeinheit zugute, und es profitiere nicht nur eine Interessengruppe.

Die Befürworter - sämtliche anderen Parteien - sprachen von einem "sinnvollen" Projekt. Die Nutzungsmöglichkeiten des Grundstücks seien durch die grosse Lärmbelastung durch die Rosengartenstrasse eingeschränkt, temporäres Wohnen biete sich daher an. Der Bedarf nach Unterkünften für Studenten sei zudem ausgewiesen.

Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) sprach schliesslich von einem guten Zeichen für Junge und für den Bildungsstandort Zürich.

Mit Kindergarten und Tagesstätte

Mit dem Ja des Gemeinderats bekommt die Stiftung für Studentisches Wohnen in Zürich (SSWZ) einen Teil des dreieckförmigen Grundstücks zwischen Buchegg- und Rosengartenstrasse im Baurecht. Der Vertrag hat eine Dauer von 62 Jahren und kann zweimal um 15 Jahre verlängert werden. Der provisorische jährliche Baurechtszins beträgt 78'606 Franken.

Das Ja des Gemeinderats zum Baurechtsvertrag bedeutet auch, dass der Stadtrat der SSWZ ein unverzinsliches Darlehen von vier Millionen Franken aus dem Jugendwohnkredit 2010 gewähren wird.

In der Überbauung sollen neben den 130 Studentenzimmern eine Kindertagesstätte und ein städtischer Kindergarten entstehen. Auf der verbleibenden Fläche, die nicht Gegenstand des Baurechtsvertrags ist, ist ein Quartierpark geplant.

Die SSZW, die heute knapp 1500 Zimmer für Studierende anbietet, rechnet mit Kosten von rund 26,5 Millionen Franken. Die Miete für die Zimmer soll durchschnittlich 580 Franken inklusive Nebenkosten betragen. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein; der Bezug im Frühling 2019.

Rückbau des Wasserreservoirs

Auf dem Grundstück stehen heute das unterirdische Wasserreservoir, das ehemalige Wärterhaus, zwei Garagenboxen und ein Pumpengebäude. Das Reservoir ist seit dem Jahr 1984 stillgelegt und muss vor der geplanten Überbauung teilweise zurückgebaut werden. Die Gebäude müssen ganz abgerissen werden.

Die Stadt rechnet mit Kosten von 1,8 Millionen Franken für den Rückbau des bestehenden Reservoirs und die Beseitigung der Schadstoffe. Dieser Betrag ist im Objektkredit von rund 3,1 Millionen Franken eingeschlossen, der für den Übertrag der neuen baurechtsbelasteten Teilfläche vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen benötigt wird.

Der Gemeinderat stimmte diesem Zusatzkredit mit 98 Ja- zu 22 Nein-Stimmen ebenfalls zu.

SVP wollte Grundstück verkaufen

Damit hatte sich auch die Motion der SVP erledigt. Die Partei wollte den Stadtrat beauftragen, die insgesamt knapp 5000 Quadratmeter grosse Parzelle an den Meistbietenden zu verkaufen. Der Rat lehnte die Überweisung der Motion an den Stadtrat mit 98 zu 22 Stimmen ab.