Landwirtschaft
Grüner Zürcher Kantonsrat wegen Impfverweigerung verurteilt

Die Impfgegner unter den Schweizer Bauern haben eine herbe Niederlage erlitten: Urs Hans, grüner Kantonsrat und Bio-Bauer aus dem Kanton Zürich, wurde vom Winterthurer Bezirksgericht wegen Impfverweigerung zu einer Busse von 2000 Franken verurteilt.

Monika Freund, SDA
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Bio-Bauer und Grünen-Kantonsrat Urs Hans wurde verurteilt (Archiv)

Bio-Bauer und Grünen-Kantonsrat Urs Hans wurde verurteilt (Archiv)

Keystone

Das Urteil liess die zahlreichen Bauern, die dem Prozess beiwohnten, lautstark protestieren. Sie warfen dem Gericht vor, gegen das Tierwohl zu handeln und im Dienste der Pharmalobby zu stehen. Die Vertreterin des Veterinäramtes verliess das Gebäude fast fluchtartig.

Der grüne Kantonsrat hatte sich geweigert, seine Angus-Rinder gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Hans ist überzeugt, dass Impfungen immense Schäden bei den Tieren anrichten, so etwa Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit und ein geschwächtes Immunsystem.

Weiterzug wahrscheinlich

Auch in anderen Punkten geriet der streitbare Bio-Bauer mit dem Veterinäramt in Konflikt. Das Amt warf ihm schliesslich insgesamt 26 Vergehen gegen das Tierseuchen- und Tierschutzgesetz vor, wobei die Liste der Vorwürfe von mangelhaft geführter Administration über fehlende Ohrmarken bis hin zu fünf Zentimeter zu kurzen Liegeboxen reichten.

Für den Kantonsrat eindeutig ein Zeichen dafür, dass man ihn - den mühsamen Impfgegner - ruhigstellen wolle. Das Winterthurer Statthalteramt hatte ihn am 3. Mai wegen der Vergehen zu einer Busse von 2500 Franken verurteilt, was Hans nicht auf sich sitzen lassen wollte.

Dass er nun vor Gericht unterlag, macht ihn betroffen. Er wisse zwar noch nicht, ob er das Urteil weiterziehe - aber «wohl eher ja», sagte er. Immerhin gilt der Bio-Bauer seit Freitag aber nicht mehr als Tierquäler.

Homöopathie statt Schlachtung

Das Statthalteramt büsste ihn unter anderem auch deshalb, weil er ein unheilbar krankes Rind homöopathisch behandelt hatte, statt es gleich zu schlachten. Das Veterinäramt warf ihm daraufhin vor, dass er das Tier unnötig habe leiden lassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hans prozessiert. Im Jahr 2009 wurde er im Kanton Freiburg mit 2000 Franken Busse bestraft, weil er ungeimpfte Tiere auf eine Alp zur Sömmerung brachte. Auch gegen diese Strafe wehrte er sich. Der Fall ist mittlerweile vor Bundesgericht hängig.