Zürich
Grüne fordern "würdevolle Unterbringung" von Flüchtlingen

Im geplanten Bundeszentrum für Asylsuchende auf dem Duttweiler-Areal im Zürcher Kreis 5 sollen die Wohnverhältnisse "quartierverträglich und menschenwürdig" sein. Die Grünen Stadt Zürich haben am Mittwochabend Sozialvorsteher Raphael Golta eine entsprechende Petition überreicht.

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Auf dem Duttweiler-Areal in Zürich soll das Asylzentrum entstehen

Auf dem Duttweiler-Areal in Zürich soll das Asylzentrum entstehen

Keystone

Die Petition "Für eine würdevolle Unterbringung von Flüchtlingen in Zürich" hätten fast 2500 Personen - vorwiegend aus dem betroffenen Quartier - unterschrieben, sagte eine Vertreterin der Partei.

In Zürich habe es genügend Platz für Menschen auf der Flucht, heisst es im Petitionstext. Diese sollen nicht an den Rand gedrängt und abgeschottet werden. Deshalb wird der Stadtrat aufgefordert, beim Bau des Bundesasylzentrums auf eine Umzäunung zu verzichten. Dennoch soll auch genügend Platz für Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre geschaffen werden.

Auch soll es nicht ständig Kontrollen und Ausgangssperren geben. Des Weiteren setzt sich die Petition für Schulräume in öffentlichen Schulhäusern und Deutschkurse ein.

Dieselbe Stossrichtung hatten auch zwei Postulate der Grünen, die am Mittwoch an den Stadtrat überwiesen wurden - gegen den Willen der Bürgerlichen.

Bereits im April hatten der Bund und die Stadt Zürich mitgeteilt, dass sie auf dem Duttweiler-Areal ein "Bundesasylzentrum mit Dorfcharakter" planen. Die Forderungen der Grünen und der Ratsmehrheit sind damit bereits weitgehend erfüllt.

Zeichen an den Bund setzen

Im Bundeszentrum sollen ab 2020 für maximal 25 Jahre lang 360 Asylsuchende - zumeist Familien und Einzelpersonen - untergebracht werden. Vorgesehen ist ein dreigeschossiges Gebäude um einen Innenhof.

Obwohl die Kosten in noch unbekannter Höhe vollumfänglich vom Bund getragen werden, tritt die Stadt Zürich als Bauherrin auf. Dadurch bleiben die demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Stadtbevölkerung gewährleistet.

Über den Objektkredit entscheiden müssen der Gemeinderat und das Stimmvolk. Die Volksabstimmung ist im Herbst 2017 vorgesehen. Mit dem Bau kann frühestens 2018 begonnen werden.

Für den Betrieb - und somit das Betriebsreglement - ist der Bund zuständig. Dennoch wollte das Stadtparlament mit seinen Anregungen "ein Zeichen setzen", wie mehrfach betont wurde.