Nach vielen Jahren der Planung, politischen Debatten und zwei Volksabstimmungen haben nun am Donnerstag unter anderem Baudirektor Markus Kägi (SVP), Justizvorsteherin Jacqueline Fehr (SP) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) sowie Martin Kull von der Generalunternehmung HRS den Grundstein für das neue Zürcher Polizei- und Justizzentrum gelegt.

Sie befüllten eine "Zeitkapsel" mit symbolischen Gegenständen aus den beteiligten Direktionen und Fachbereichen. Sie legten unter anderem ein Exemplar der Kantonsverfassung, Handschellen, einen Pflasterstein des alten Güterbahnhofs sowie Projektdokumente aus der Planungszeit in den Metallwürfel.

Dieser wurde daraufhin in das Fundament des künftigen PJZ einbetoniert. Damit erfolgte der Startschuss für den eigentlichen Bau des PJZ.

Kägi: "Heute ist ein Freudentag"

In seiner Ansprache sagte Kägi, er spüre Stolz und Erleichterung anlässlich der Grundsteinlegung. Es sei ein Kraftakt gewesen und er habe immer an das Projekt geglaubt. "Heute ist ein Freudentag", sagte der Baudirektor.

Das PJZ sei ein Pionierprojekt, das die Kräfte von Polizei und Justiz bündle und damit den Grossraum Zürich noch sicherer mache, erklärte Kägi vor den Medien. Kägi sagte: "Das PJZ erfüllt heutige und künftige Anforderungen an Polizei und Strafvollzug."

Martin Kull, CEO und Inhaber der Generalunternehmung HRS Real Estate, die den Zuschlag erhalten hat, das PJZ zu bauen, nannte das Projekt "sehr komplex". Für den Abtransport des Aushubs und die Anlieferung des Zements werde man die Bahn nutzen, sagte er. Und er kündigte den Kantonsvertretern an: "Ich bin sehr sicher, dass wir weniger lang bauen werden, als Sie geplant haben."

Fehr: "Ausserordentlich grosses Projekt"

Die Arbeiten sollen voraussichtlich dreieinhalb bis vier Jahre dauern. Der etappenweise Bezug ist für 2021 vorgesehen. Die HRS hat Pauschalkosten von rund 388 Millionen Franken offeriert. An der Urne bewilligte das Stimmvolk 2011 einen Kostenrahmen von 570 Millionen Franken.

Grundstein für das Polizei- und Justizzentrum ist gelegt

Am Donnerstag ist an einem «Baustelle-Zmorge» der Grundstein für das 570-Millionen-Projekt feierlich gelegt worden. Unter den geladenen Gästen waren die Zürcher Regierungsräte Jacqueline Fehr, Markus Kägi und Mario Fehr.

Das Gebäude wird 280 Meter lang, 80 bis 120 Meter breit und 35 Meter hoch werden. 1800 Arbeitsplätze sind darin vorgesehen. Sicherheitsdirektor Mario Fehr bezeichnete das PJZ als "ausserordentlich grosses Projekt für Zürich".

Im PJZ in Aussersihl werden die verschiedenen Stellen von Kantonspolizei und Justiz zusammengezogen, die heute auf über 30 Standorte verteilt sind. Die Zürcher Regierung verspricht sich durch diese Zentralisierung "erhebliche Synergien im Bereich der Strafverfolgung". Sie bezeichnet das PJZ als "Kompetenzzentrum für die Bekämpfung der Kriminalität".

Seit Jahrzehnten in Planung

Baudirektor Markus Kägi erinnerte am Donnerstag daran, dass in den 1980er-Jahren ein PJZ auf dem Kasernenareal vorgeschlagen worden war. Die Vorlage scheiterte 1987 an der Urne. Ein zweiter Anlauf endete bereits im Kantonsrat. 2003 stimmten die Zürcher erstmals über eine Zusammenlegung von Polizei und Justiz auf dem Areal des ehemaligen SBB-Güterbahnhofs in Zürich-Aussersihl ab.

Nach dem Abstimmungs-Ja scheiterte die Umsetzung in jenem Anlauf an den Kosten: In der Detailplanung hatte sich das Projekt auf 700 Millionen Franken verteuert und der Kantonsrat zog 2010 die Notbremse.

Er verlangte einen günstigeren Vorschlag und die abgespeckte Variante mit Kosten von 570 Millionen wurde 2011 vom Stimmvolk angenommen. Der Regierungsrat hatte damals allerdings zugesichert, dass im Gegenzug das gesamte Kasernenareal frei werde.

Nach und nach zog er sich von dieser Zusicherung jedoch zurück. Das blieb nicht ohne politische Folgen: Im Januar 2017 unterstützte der Kantonsrat eine Parlamentarische Initiative von FDP, GLP und SP, die verlangt, dass im PJZ-Gesetz verankert wird, dass das Kasernenareal freigegeben wird, wenn der PJZ-Neubau bezogen ist.