Im Kantonsrat streben sie mindestens zwei zusätzliche Sitze an.

Heute sind sie mit 19 Mitgliedern im Parlament vertreten, 17 davon treten erneut an. Ein grosser Vorteil für Partei und Fraktion ist, dass die Grünen seit der letzten Wahl wieder in der Regierung vertreten sind, wie Fraktionspräsidentin Esther Guyer am Dienstag vor den Medien in Zürich sagte.

Die Ziele grüner Politik seien ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit in einer funktionierenden Wirtschaft. Dafür wolle sich die Partei konsequent und glaubwürdig einsetzen. Mit über 70 Vorstössen zu Umweltfragen in der zu Ende gehenden Legislatur sei die Pflicht erfüllt: "Es ist grün drin, wo grün drauf steht," sagte Kantonsrat Robert Brunner.

Einer der wichtigsten Erfolge sei die Zustimmung der Stimmberechtigen zur Kulturlandinitiative gewesen. Da die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat die Umsetzung verhinderte, sind die Grünen vors Bundesgericht gezogen.

Der Entscheid zur staatsrechtlichen Beschwerde steht jedoch noch aus. Notfalls will die Partei mit einer zweiten Volksinitiative für mehr Lebensqualität und eine intakte Landschaft kämpfen.

Allianzen schmieden und Kompromisse machen

In Fragen der Energiepolitik wollen die Grünen den eingeschlagenen Weg weitergehen. Die Energiewende sei vom Volk akzeptiert. Es brauche griffige Massnahmen und klare Etappenziele. In der kommenden Legislatur müsse die Rate der Gebäudeerneuerung gesteigert werden

Bei der Steuerpolitik brauche es Verlässlichkeit und eine ruhige Hand. Die "Allzweckdrohkeule Steuerwettbewerb" wirke nicht mehr, sagte Kantonsrat Ralf Margreiter. Statt Steueroptimierungsangeboten brauche es Standortentwicklung durch Innovation und exzellente Leistungen.

Wirtschaftspolitisch müsse der Kanton seine Möglichkeiten ausspielen. Statt an der Berufsbildung zu sparen, sollten heimische Fachkräfte gefördert werden. Ausserdem müsse Schluss sein mit dem Investitionsstau, sagte Margreiter. Augenfällig sei beispielsweise die notwendige Sanierung des Gebäudeparks, etwa bei den Kantonsschulen aus den 60er und 70er Jahren.

In der Sozialpolitik wehren sich die Grünen gegen Populismus und Sozialabbau. Die Partei sei offen für eine Überprüfung und Weiterentwicklung der SKOS-Richtlinien. Gegen eine Aufkündigung werde sich die Partei jedoch vehement wehren, sagte Kantonsrätin Kathy Steiner.

Um ihre Ziele zu erreichen, wollen die Grünen Allianzen über alle Parteien schmieden. "Wir machen auch Kompromisse, wenn es nötig ist," sagte Guyer.

Präsenz zeigen auf der StrasseInsgesamt treten die Grünen mit 179 Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen für den Kantonsrat an. Die Spitzenkandidaten präsentieren sich in der Zeitung "Grünes Blatt", die erstmals in einem schweizweit einheitlichen Layout erscheint.

Der Wahlkampf setzt vor allem auf die Präsenz auf der Strasse."Wir werden auch in den kleinsten Gemeinden persönlich hin stehen," sagte Esther Guyer.

Neue Wege beschreiten die Grünen der Stadtkreise 3 und 9. Sie machen mit einer politischen Fotostory auf sich aufmerksam, die es gedruckt zu lesen und auf Youtube zu sehen gibt. Autor von "Heldenmut tut Zürich gut: die Saga der vier kühnen Grünen" ist der Schriftsteller und Kabarettist Ralf Schlatter.