Biomarkt

Grosser Ansturm auf den neuen Migros-Bioladen in Zürich

Neben deutschen Produkten bietet Alnatura auch regionales Gemüse an. ZVG

Neben deutschen Produkten bietet Alnatura auch regionales Gemüse an. ZVG

Mit der Eröffnung des ersten Alnatura-Bio-Fachmarktes in der Schweiz will die Migros im grossen Stil «Bio» in die Haushalte bringen. Gemüse, Früchte und Brot stammen aus der Region, das Konzept aus Deutschland.

Alnatura – das ist ein auf Bio spezialisierter Supermarkt, der mit einem breiten Sortiment und moderaten Preisen die Masse anspricht. Was in Deutschland ein weitverbreitetes Verkaufskonzept mit 70 Standorten ist, kennt hierzulande noch fast niemand. Doch das soll sich nun ändern: Am Donnerstag hat die Migros als Betreiberin in Zürich Höngg die erste Alnatura-Filiale in der Schweiz eröffnet.

Lange Schlangen vor den Kassen

Bereits um zehn Uhr morgens war der Ansturm auf den neuen Laden an der Ecke Regensdorferstrasse/Kappenbühlweg oberhalb des Meierhofplatzes gross, so gross, dass sich an den beiden Kassen lange Schlangen bildeten. Tatsächlich gibt es hier alles, was das bioaffine Herz begehrt. Auf 460 Quadratmetern werden rund 5000 Bio-Produkte angeboten.

Darunter solche mit dem runden grünen Bio-Label, die sich in jeder Migros-Filiale finden. Viele der Produkte sind für die hiesigen Konsumenten jedoch ganz neu. «Die Alnatura-Eigenmarke konnte man hierzulande bisher nirgends kaufen», bestätigt Rolf Fuchs, Mediensprecher der Migros Zürich.

Das neue Bio-Angebot dürfte denn insbesondere auch die in Zürich lebenden Deutschen freuen, die mit Produkten wie «Sauerkirsche-Konfitüre» oder «Rote-Bete im Glas» ein Stück Heimat wiederfinden.

Frisches aus der Region

In einem kleinen Detail weicht die Migros allerdings vom deutschen Alnatura-Konzept ab und bleibt sich damit selber treu: Bio-Wein sucht man in den Regalen nämlich vergebens. Dafür hat es Neumarkter-Lammsbräu im Angebot – natürlich alkohol- und sogar glutenfrei. Im Frische-Sortiment ist die Region Zürich prominent vertreten: Gemüse, Obst, Brot und Eier kommen allesamt aus der heimischen Landwirtschaft. «Das sichert Arbeitsplätze, zum anderen sind kurze Transportwege ein Beitrag zum Umweltschutz», heisst es in der Medienmitteilung der Migros.

So werden diverse Gemüse bei Müller Gemüse in Steinmaur bezogen. Die Holzofenbäckerei «Vier Linden» am Zürcher Hottingerplatz liefert täglich frisches Bio-Brot und die Eier stammen aus Oetwil am See von den Hühnern der Familie Bosshard.

Wie Mediensprecher Fuchs gestern auf Nachfrage betonte, handelt es sich bei der Eröffnung in Höngg um einen Testlauf. «Wir wollen erste Erfahrungen sammeln.» Mittelfristig will Alnatura in die ganze Schweiz expandieren und so den Marktanteil im Bio-Bereich vergrössern. Denn Bio boomt: Im Vergleich zum übrigen Detailhandel werden hier seit Jahren kontinuierliche Zuwachsraten verzeichnet. «Wir sind überzeugt, dass wir dieser Entwicklung noch einen Schub geben können», sagt Fuchs. Dabei setzt Migros in der neuen Strategie auch auf bewährte Marketing-Konzepte: So kann man die Cumulus-Karte selbstverständlich auch im Alnatura-Laden vorweisen.

Coop bleibt der Knospe treu

Der jüngste Schachzug der Migros im Wettbewerb um die Bio-Kundschaft wird von der Konkurrenz selbstbewusst kommentiert. Coop setzt «im Unterschied zu allen anderen Detailhändlern inklusive Alnatura in Kooperation mit der Migros» weiterhin bewusst auf die Knospe der Bio Suisse, hiess es gestern auf Nachfrage. Ein separater Bio-Laden sei zurzeit kein Thema, zumal der überwiegende Anteil der Kunden nicht ausschliesslich Bio kaufe. «Daher präsentieren wir die Bio-Produkte in unseren Läden innerhalb der entsprechenden Warengruppen und nicht als Shop in Shop», schreibt Coop. Der Geschäftsführer von Müller Reformhaus, Stefan Rot, kann dem Effort der Migros sogar etwas Positives abgewinnen: «Es wird vermehrt über Bio geredet, das ist gut für die Umwelt und letztlich auch ein Vorteil für uns».

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