Noch zeugen erst vereinzelte Maschinen von dem, was kommen wird: Die Sanierungs-Arbeiten rund ums Bellevue bilden eines der grössten Bauprojekte des Tiefbauamts der Stadt Zürich in diesem Jahr. Sie werden sowohl für Fussgänger, Autofahrer wie auch Pendler grosse Auswirkungen haben – und für das anliegende Gewerbe.

Tramgleise müssen erneuert, Brücken saniert und Wartehäuser neu gebaut werden. Acht Monate wird der Verkehr darum umgeleitet, im Sommer das Bellevue für fünf Wochen gar komplett gesperrt.

Das Hauptthema war gestern Mittag entsprechend gegeben, als sich das umliegende Gewerbe im NZZ-Gebäude an der Falkenstrasse traf. «Ist ja nicht so, dass das die erste Baustelle ist, die wir bekommen», witzelte Ruedi Andres, Geschäftsleiter der Apotheke Stadelhofen und Präsident der «Vereinigung Bellevue Stadelhofen», welche zur alljährlichen Generalversammlung lud.

Tatsächlich war die Gegend in den letzten Jahren Schauplatz von so mancher Bautätigkeit. Und nicht immer waren die Töne zwischen den Gewerblern und Stadt von Wohlwollen geprägt: Mit Stadträtin Ruth Genner (Grüne) sprach man selten dieselbe Sprache, Esther Maurer (SP) warf mal ein Gewerbe-Vertreter aus einer Sitzung.

«Care-Team» eingerichtet

«Tempi passati» – schon länger bemüht man sich um eine gute gegenseitige Informations-Politik. Und vor dem Grossprojekt am Bellevue umso offensichtlicher: Mit Stadtrat Filippo Leutenegger, Projektleiter Renato Kienberger, Polizei-Kreischef Hans Hanselmann sowie Baustellenleiter Patrick Vogelsang ist die Stadt mehrfach an der GV vertreten.

«Wir haben dazugelernt», sagt auch Ruedi Andres. «Wir müssen mit den Baustellenleitern und der Stadt über unsere Anliegen sprechen, statt die Faust im Sack zu machen.» Ein «Care-Team» für den Austausch mit der Stadt wurde eingerichtet.

Projektleiter Kienberger präsentiert der Vereinigung die Pläne: Seit Montag läuft offiziell die Bauphase, der eigentliche Hauptpart beginnt jedoch nach dem Sechseläuten am 14. April. Bis Ende November werden dann mehrere Autospuren aufgehoben: Unter anderem wird man nicht mehr von der Quaibrücke «geradeaus» über die Rämistrasse stadtauswärts fahren können.

Ab dem 11. Juli wird während fünf Wochen das Bellevue komplett gesperrt. Trams, welche sonst durch das Bellevue fahren, müssen Umwege oder einen Bogen zurück machen. Stefan Kaufmann, Geschäftsführer der «Vereinigung Bellevue Stadelhofen», betont, die Vereinigung begrüsse die Sanierungen, da sie klare Nutzen für das Quartier bringe.

Einige Sorgenfalten gibt es dennoch: Ruedi Andres beunruhigt vor allem der Unterbruch der Verbindung Quaibrücke–Rämistrasse. Einige würden den Unterbruch für Renovationsarbeiten nutzen, viele Kleingewerbler könnten es sich aber nicht leisten, ihre Läden zu schliessen.

Trotz gutem Willen auf beiden Seiten bleibt somit zu sagen: Themen, um sich auszutauschen, werden Stadt und Gewerbler in den nächsten Monaten alleweil haben.