Die Rettungsgrabung Parkhaus Opéra in Zürich ist nun seit fünf Monaten im Gang. Die Grabung hat Reste von mindestens fünf übereinander liegenden Siedlungen zutage gefördert. Sie stammen aus der Zeit zwischen ca. 3700 und 2500 v. Chr. Es wurden auch Sedimentschichten gefunden, die Aussagen über den schwankenden Seespiegel des Zürichsees zulassen.

Der bedeutenste Fund ist eine steinzeitliche Tür. Es handelt sich dabei um die drittälteste Tür der Schweiz und wahrscheinlich Europas. Sie gleicht dem zweitältesten Fund aus Pfäffikon, ist aber besser erhalten. Sie weist eine ausgefeilte Steckverbindung und sogar noch die Türangel auf.

Feuersteindolch aus Italien

Ebenfalls ausgegraben wurden ein Feuersteindolch aus Italien, der über transalpine Handelswege informiert; ein neuer Typ Pfeilbogen mit Rindenverzierung und einer noch zu bestimmenden Klebetechnik; mehrere vollständige Feuerzeug-Sätze, bestehend aus Schwefeleisen-Knollen, Feuerschläger und Zunderschwamm sowie mehrere steinzeitliche Bauteile aus Holz, die über die damalige Bauweise informieren. Darunter auch die ältesten Belege von Schindeln aus Zürich.

Besonderes Interesse verdienen daneben auch die Reste der neuzeitlichen Schanzenanlagen, deren Konstruktion im Detail erstmals untersucht werden konnte.
Das umfangreiche geborgene Probenmaterial übertrifft die Erwartungen und wird detaillierte Ergebnisse zu Gesellschaft, Wirtschaft und Natur ermöglichen.

Über 3000 Besucherinnen und Besucher

Das öffentliche Interesse ist sehr gross: Insgesamt haben bereits über 3000 Leute die Ausgrabungen besucht. Grosse Beachtung findet auch das neu ins Leben gerufene Schulprojekt mit Workshops zu verschiedenen archäologischen Themen. Innert kürzester Zeit haben sich 160 Schulklassen für einen Besuch angemeldet. Es wird damit gerechnet, dass bis Ende der Grabung um die 4000 Schülerinnen und Schüler über die moderne Archäologie informiert worden sind.