Kinderbuch
Globi versucht sich als Praktikant in einem Zürcher Schulhaus

Die bekannte Kinderbuch-Figur Globi besucht in seinem neusten Abenteuer eine Schule. Der «Hausdienst-Praktikant» verhält sich dabei nicht immer korrekt.

Alfred Borter
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Limmattaler Zeitung

Globis neuste Abenteuer finden in der Schule statt. Nein, er ist nicht Lehrer geworden, sondern Hausdienst-Praktikant. «Helfer des Schulhausabwarts», erklärte Gisela Klinkenberg, die Leiterin des Globi-Verlags, bei der Vorstellung des neuen Buchs «Globi in der Schule». «Diese Bezeichnung ist brutal falsch», kommentierte Stadtrat Gerold Lauber, Vorsteher des Zürcher Schul- und Sportdepartements. «Das heisst jetzt Leiter Hausdienst und Technik.»

Als Praktikant beim Leiter Hausdienst und Technik im Schulhaus Fuchsrain erlebt die Kunstfigur, welche seit 1935 Kinder erfreut, allerlei, und wie immer ist mit dem Humor auch etwas Pädagogik verbunden: Man kann etwas lernen. Globis erster Einsatz gilt dem Littering.

Globi springt für eine Lehrerin ein

Globi schlichtet Streit, er baut einen mit Muskelkraft funktionierenden ökologischen Schulbus, einmal darf er sogar für eine Lehrerin einspringen, welche krank darniederliegt. Frohgemut kommt er ins Zimmer, doch bald wächst ihm alles über den Kopf, und am Abend sitzt er ausgepowert am Lehrerpult, mit der Erkenntnis: «Lehrer sein kann einen schlauchen! Ferien könnte er gebrauchen schon nach seinem ersten Tag.»

Nicht immer verhält er sich korrekt; so nascht er zum Beispiel am Buffet, das nicht für ihn bestimmt ist, oder er setzt sich ans Pult der Schulleiterin und lagert die Füsse hoch. Das kommt natürlich nicht gut, aber man verzeiht Globi die unartigen Streiche.

Wie von Gisela Klinkenberg erläutert wurde, hat sich ihr Team bei der Auswahl der Geschichten auf die grosse Erfahrung namentlich von Peter Enz, dem früheren Leiter der Abteilung Behörden und Kommunikation im Schulamt der Stadt Zürich, abstützen können. Und der Zeichner, Samuel Glättli, der zum ersten Mal ein Globi-Buch gestaltete, hat sich in Schulhäusern in Zürich und Zumikon genau umgesehen, um den Schulalltag näher kennenzulernen. «Heute ist die Schule doch etwas anders als zu der Zeit, als ich ein Schüler war», meinte er, obschon er mit Jahrgang 1979 noch zu den Jüngeren gehört. Glättli ist seit 1999 als freischaffender Illustrator und Comiczeichner tätig.

Thema Schule bei Kindern beliebt

Wie die Verlagsleiterin erklärte, ist das Thema Schule bei den Kindern sehr beliebt. Sie rechnet denn auch damit, dass sich der neueste Band gut verkauft. Frühere Bände gingen im ersten Jahr bis zu 25000 Mal über den Ladentisch.

Dass die Kinder Globi mögen, zeigte sich im Schulhaus Aegerter, wo die Vernissage stattfand: Die Buben und Mädchen belagerten ihn geradezu, jeder wollte ihn mindestens berühren, und an der Polonaise machten alle mit.

Übrigens: Wie genau ist das heutzutage mit der Möglichkeit, dass ein Praktikant des Hausmeisters für eine kranke Lehrerin einspringt? Stadtrat Lauber meinte, er hätte damit keine Mühe, wenn die Kinder beschäftigt und beaufsichtigt würden, Unterricht geben dürfte er aber natürlich nicht.