Stadtentwicklung

Glattpark Opfikon: Wohnungen sind gefragter als Büros

Glattpark Opfikon.

Glattpark Opfikon.

Das 67 Hektaren grosse Oberhauserriet in Opfikon galt Ende der 1990er Jahre als «teuerste Wiese Europas». Heute leben und arbeiten im Stadtteil Glattpark etwa 4000 Menschen. 2 bis 2,5 Milliarden Franken wurden - oder werden noch - investiert.

Von 41 Projekten sind bereits 24 fertiggestellt. Ursprünglich war in dem Gebiet nördlich von Zürich-Leutschenbach vor allem viel Büroraum geplant, heute werden aber vor allem Wohnungen nachgefragt. Für rund 100'000 Quadratmeter Büroflächen werden noch Interessenten gesucht, wie es am Mittwoch an einer Medienkonferenz hiess.

Zwei Bürogebäude sind bereits bezogen, sechs weitere Projekte mit Büronutzung sind in Planung oder bereits im Bau. Der Standort - mit seiner Nähe zum Flughafen und zum Zürcher Zentrum - sei nach wie vor top, im Immobilienmarkt gebe es jedoch im Moment ein Überangebot an Büroflächen. Und der Glattpark werde eben noch zu wenig als Bürostandort wahrgenommen.

Keine Luxuswohnungen

2014 wurden über 450 Wohnungen fertiggestellt und bezogen. Weitere rund 1000 Wohnungen befinden sich zurzeit im Bau. Er rechne nicht mit grossen Leerständen, sagte Bernhard Ruhstaller, Geschäftsführer des Gebietsmarketings Glattpark, dem Zusammenschluss der Grundeigentümer.

Angeboten würden keine Luxuswohnungen, sondern Miet- und Eigentumswohnungen "für die Mittelschicht". Bei den 4-Zimmer-Wohnungen gebe es noch vereinzelte Leerstände, die kleineren Wohnungen fänden dagegen reissenden Absatz.

Schulraum-Problem

Keine Freude hatten die Bewohner und Investoren allerdings am Volks-Nein im letzten Frühling zum Kredit für eine Schulanlage im Glattpark. Laut Stadtrat Valentin Perego (FDP) muss zurzeit die Schulraumstrategie für ganz Opfikon neu formuliert werden. Zumindest ein Kindergarten könne im nächsten Sommer den Betrieb aufnehmen.

Die Bemühungen des Gebietsmarketings, den durch das Quartier führenden, 1,4 Kilometer langen Boulevard Lilienthal zu beleben, hätten sich bezahlt gemacht, sagte Ruhstaller. Nötig gewesen sei die Absprache von 14 Grundeigentümern. Dank der Fertigstellung mehrerer Gebäude im Frühjahr 2015 werde "noch mehr Leben am Boulevard einkehren".

Im Endausbau sollen im Glattpark etwa 6000 Menschen leben, was etwa einem Drittel der Stadt Opfikon entspricht, wie Stadtrat Bruno Maurer (SVP) sagte. Eine Herausforderung für die Stadt bedeute die emotionale Anbindung an Opfikon. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Glattparks, der von einer Autobahn vom Rest der Stadt abgetrennt ist, sollen sich als Teil von Opfikon fühlen.

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