Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtzürcher Altersheime sind im grossen und ganzen zufrieden mit ihrer Wohnform. Sie fühlen sich gemäss einer Befragung mehrheitlich wohl im Heim und sind zufrieden bis sehr zufrieden mit den Angeboten und Dienstleistungen.

Das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich (ZfG) hatte im Sommer des vergangenen Jahres einen Fragebogen an 1174 Bewohner der städtischen Altersheime verschickt. 52 Prozent oder 608 Personen nahmen an der Befragung teil, wie das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich am Dienstag mitteilte. Ziel der Erhebung war es, Auskünfte über die Zufriedenheit mit der Wohnform und über die Gründe für den Eintritt ins Altersheim zu erhalten. Die befragten Personen waren im Durchschnitt 87 Jahre alt und wohnten durchschnittlich seit 4,6 Jahre im jeweiligen Altersheim. 73 Prozent der Befragten bezeichneten den Einritt ins Altersheim als «genau richtig», 22 Prozent als «eher richtig». Nur eine kleine Minderheit beurteilten im Nachhinein den Schritt als «eher falsch» oder «ganz falsch».

Beim Eintritt über 80 Jahre alt

Als Alternative könnten sich die Heimbewohner am ehesten vorstellen, in einer Privatwohnung mit Unterstützungsleistungen zu wohnen. Einen Platz in einem Pflegeheim oder bei Angehörigen lehnten sie eher ab.

83 Prozent gaben an, den Eintritt ins Altersheim genau zum richtigen Zeitpunkt gewählt zu haben, für die Mehrheit war auch die Wartezeit «gerade richtig». Im Durchschnitt waren die Befragten beim Heimeintritt 82,6 Jahre alt.

Die Gründe für den Einzug ins Altersheim sind vielfältig. Am häufigsten wurde genannt: «Weil ich diesen Schritt tun wollte, solange ich noch selber entscheiden konnte». Angehörigen nicht zur Last fallen zu wollen, kritische Lebensereignisse wie der Tod des Ehe- oder Lebenspartners sowie Krankheiten spielten ebenfalls eine Rolle.

Vorurteile werden abgebaut

Das allgemeine Meinungsbild über Altersheime sei bei den befragten Personen insgesamt positiv, heisst es in der Studie des ZfG. Man fühle sich gut aufgehoben und abgesichert.

Einige Bewohner fühlten sich jedoch etwas alleine im Heim und es fehle ihnen der Kontakt zu Freunden ausserhalb des Altersheims. 59 Prozent der Bewohnerinne und Bewohner beurteilten die Wohnform positiver, seit sie selber in einem Altersheim wohnen. Nur 8 Prozent beurteilten das Leben im Altersheim seit ihrem Eintritt negativer als zuvor. Dieses Resultat deute darauf hin, dass noch viele negative Bilder mit dem Altersheim verbunden seien, heisst es in der Studie.

Neue Perspektiven

Das ZfG zieht aus den Resultaten der Befragung den Schluss, dass die Auseinandersetzung mit der Wahl der passenden Wohnform für viele ältere Menschen eine grosse Herausforderung darstellt. Die Wohnwünsche und -bedürfnisse seien sehr unterschiedlich.

Für einen Teil der älteren Menschen sei das Altersheim die richtige Wahl. Es könne zwar nicht die private Wohnung in allen Belangen und Wohnbedingungen ersetzen. Der Eintritt in ein Altersheim eröffne aber neue Perspektiven und schaffe Sicherheiten. (sda)