Flugverkehr

Gewimmel am Himmel: Über dem Flughafen Zürich herrscht wegen WEF Hochbetrieb

So nah an die Boeing C-17 Globemaster der U.S. Air Force wie am vergangenen Sonntag werden die Zuschauer am Donnerstag nicht an die Air Force One des Präsidenten kommen. Die Terrasse wird aus Sicherheitsgründen gesperrt.

So nah an die Boeing C-17 Globemaster der U.S. Air Force wie am vergangenen Sonntag werden die Zuschauer am Donnerstag nicht an die Air Force One des Präsidenten kommen. Die Terrasse wird aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Selten kommt es am Flughafen Zürich zu so vielen Starts und Landungen wie während des World Economic Forum. Rund 1000 zusätzliche Flugbewegungen sollen es auch dieses Jahr wieder sein.

Für Spotter ist diese Woche ein Fest. Selten sonst landen und starten am Flughafen Zürich so viele Flugzeuge, die sonst kaum in der Schweiz zu Gast sind. Grund dafür ist das 48. World Economic Forum WEF, welches vom 23. bis zum 26. Januar in Davos stattfindet.

Die Gästeliste ist eindrücklich, teilnehmen werden etwa Regierungschefs wie Angela Merkel aus Deutschland, Theresa May aus Grossbritannien, Paolo Gentiloni aus Italien, Emmanuel Macron aus Frankreich, Justin Trudeau aus Kanada, Narendra Modi aus Indien und Donald Trump aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die prominentesten WEF-Teilnehmer:

Nebst ihnen werden zahlreiche weitere Politiker erwartet, rund 340 sind es insgesamt. Dazu kommen über 1900 Führungspersönlichkeiten aus dem Wirtschaftssektor sowie weitere 900 Gäste aus Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, so etwa aus Zivilorganisationen, NGOs, Kunst oder Medien.

Der Himmel über Zürich wird entsprechend voll, der Flughafen rechnet zwischen dem 22. und dem 27. Januar mit rund 1000 zusätzlichen Start und Landungen. Darin inbegriffen sind auch Helikopterflüge. Wer mit welchem Helikopter fliegen darf, wird dabei vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) entschieden. «Die ausländischen Regierungsmitglieder und Staatsoberhäupter verschieben sich nach Davos auch auf dem Luftweg – unter anderem mit Helikoptern der Schweizer Armee», erklärt das Amt auf Anfrage. Wer sich dabei aufgrund der Sicherheitsbeurteilung des Fedpol vom Militär nach Davos fliegen lassen darf, will das Amt allerdings nicht preisgeben.

Klar ist: US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich nicht dazu gehören. Er wird wohl nach seiner Ankunft am Donnerstag mit einem Helikopter der amerikanischen Streitkräfte nach Davos geflogen werden. Dabei wird Trump eher nicht in einem der drei Blackhawk-Maschinen fliegen, die letzten Mittwoch vom amerikanischen Militärstützpunkt in Wiesbaden nach Dübendorf geflogen sind. Wahrscheinlicher ist, dass Trump in einem Helikopter des Typs Whitehawk fliegt, der am Donnerstag aus den USA nach Dübendorf transportiert wurde.

Diese Vorbereitungen sind im Vergleich zu jenen der übrigen WEF-Teilnehmer einzigartig. «Der Besuch des US-Präsidenten unterscheidet sich hinsichtlich Sicherheitsdispositiv, Anzahl Meetings und auch Anzahl Flugbewegungen», sagt Flughafensprecherin Rebecca Veiga. Für Spotter bedeutet dies, dass dadurch die Chancen gut stehen, im Vorfeld von Trumps Besuch die eine oder andere Maschine vor die Linse zu kriegen, die Material für den Aufenthalt des Präsidenten bringt.

Vorbereiten lässt es sich darauf allerdings schlecht: Noch ist nicht klar, welche Bereiche des Flughafens temporär für Spotter gesperrt sein werden. Bisher ist nur bekannt, dass die Zuschauerterrasse B während der Ankunft und des Abflugs des Präsidenten während jeweils zwei Stunden nicht zugänglich sein wird.

Plan B ist geheim

Besuche wichtiger Regierungsmitglieder haben in der Region rund um den Flughafen in der Vergangenheit teils schon für ungewohnte Szenen gesorgt. Als der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew im September 2009 zum Staatsbesuch in die Schweiz kam, nahm er dazu in Bassersdorf einen Extrazug. Entsprechend wurde das Gebiet um den Bahnhof für rund eine Stunde völlig abgeriegelt. Ähnliches ereignete sich ein Jahr später, als der damalige türkische Präsident Abdullah Gül dafür sorgte, dass auf Bassersdorfer Dächern Scharfschützen positioniert und Pendler und Autofahrer weggewiesen wurden.

Wird es zu solchen Massnahmen auch diese Woche kommen, sollte das Wetter Helikopterflüge nach Davos unmöglich machen? Die Behörden nehmen dazu aus Sicherheitsgründen keine Stellung. Weder die Kantonspolizei, noch Fedpol und auch nicht der Flughafen Zürich lassen sich in die Karten blicken. Über welche Routen allfällige Limousinen von Staatsdelegationen geleitet würden, wollen die betreffenden Stellen nicht sagen.

Meistgesehen

Artboard 1