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Gewerkschaft Unia schliesst SBB-Baustelle am Zürcher Hautpbahnhof

Die Gewerkschaft Unia hat am Dienstagmorgen die Baustelle für den Durchgangsbahnhof Löwenstrasse am Zürcher Hauptbahnhof geschlossen. Als Grund nennt die Unia den Fall von Lohndumping mit scheinselbstständigen Arbeitern aus Polen.

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Unia Mitarbeiter stehen am Streik auf der SBB Baustelle am Hauptbahnhof in Zürich
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Eine Unia-Mitarbeiterin spricht mit einem Bauarbeiter am Streik auf der SBB Baustelle am Hauptbahnhof in Zürich
SBB-Streik der Unia
Grzegorz, Maciej und Adam, von links, drei der polnischen Arbeiter, denen nach einem Fall von Lohndumping gekündigt wurde.
Christa Suter, Sektionsleiterin Unia Winterthur, spricht am Streik auf der SBB Baustelle am Hauptbahnhof

Unia Mitarbeiter stehen am Streik auf der SBB Baustelle am Hauptbahnhof in Zürich

Keystone

Die SBB ist mit der Schliessung nicht einverstanden.

Statt für Ordnung zu sorgen und die Löhne nachzuzahlen, seien die Arbeiter durch eine neue Firma ersetzt worden, schreibt die Unia in einer Mitteilung vom Dienstag.

Vergangene Woche entdeckte die Unia, dass einige Polen bei 60 Arbeitsstunden pro Woche gerade mal 3000 Franken Monatslohn erhalten. Die Männer waren von einer der Firmen angestellt, die im Auftrag der SBB auf der Baustelle tätig sind.

Die SBB versprach damals, den Vorwürfen sofort nachzugehen. Mit dem Ergebnis ist die Unia allerdings nicht zufrieden. Die SBB übernehme nicht Verantwortung, sondern verstecke sich hinter einem komplizierten Konstrukt aus verschachtelten Auftraggebern.

Bis jetzt habe die SBB weder für korrekte Löhne noch für bessere Anstellungsbedingungen gesorgt. Am Vormittag will die Unia an einer Medienkonferenz über den aktuellen Stand auf der Baustelle und zu Lohndumping generell informieren.

SBB kontert Kritik

Bei der SBB ist man mit der Baustellenschliessung alles andere als einverstanden. Die SBB habe ihre rechtliche und moralische Verantwortung mehr als wahrgenommen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der sda.

An der Zürcher Durchmesserlinie arbeiten momentan 40 Subunternehmen mit insgesamt 500 Mitarbeitern. «Jedes einzelne dieser Unternehmen hat uns schriftlich versichert, dass es seine Verantwortung als Arbeitgeber wahrnimmt und alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen einhält», sagte der Sprecher.

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