Die SBB ist mit der Schliessung nicht einverstanden.

Unia legt SBB-Baustelle im Zürcher HB lahm

Unia legt SBB-Baustelle im Zürcher HB lahm

Statt für Ordnung zu sorgen und die Löhne nachzuzahlen, seien die Arbeiter durch eine neue Firma ersetzt worden, schreibt die Unia in einer Mitteilung vom Dienstag.

Vergangene Woche entdeckte die Unia, dass einige Polen bei 60 Arbeitsstunden pro Woche gerade mal 3000 Franken Monatslohn erhalten. Die Männer waren von einer der Firmen angestellt, die im Auftrag der SBB auf der Baustelle tätig sind.

Die SBB versprach damals, den Vorwürfen sofort nachzugehen. Mit dem Ergebnis ist die Unia allerdings nicht zufrieden. Die SBB übernehme nicht Verantwortung, sondern verstecke sich hinter einem komplizierten Konstrukt aus verschachtelten Auftraggebern.

Bis jetzt habe die SBB weder für korrekte Löhne noch für bessere Anstellungsbedingungen gesorgt. Am Vormittag will die Unia an einer Medienkonferenz über den aktuellen Stand auf der Baustelle und zu Lohndumping generell informieren.

SBB kontert Kritik

Bei der SBB ist man mit der Baustellenschliessung alles andere als einverstanden. Die SBB habe ihre rechtliche und moralische Verantwortung mehr als wahrgenommen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der sda.

An der Zürcher Durchmesserlinie arbeiten momentan 40 Subunternehmen mit insgesamt 500 Mitarbeitern. «Jedes einzelne dieser Unternehmen hat uns schriftlich versichert, dass es seine Verantwortung als Arbeitgeber wahrnimmt und alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen einhält», sagte der Sprecher.