Zürich

Gewerkschaft SEV protestiert gegen Entlassung von Buschauffeur

Ein Nachtbus der VZO

Ein Nachtbus der VZO

Ein Buschauffeur der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) ist auf Ende Februar wegen Fahruntauglichkeit entlassen worden. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV legt gegen die Entlassung des knapp 62-Jährigen Protest ein.

Die Busunternehmen werden aufgerufen, zusammen mit dem SEV eine branchenweite Frühpensionierungslösung zu prüfen, wie der SEV in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Der VZO-Busfahrer hatte sich vor anderthalb Jahren freiwillig ärztlich untersuchen lassen, was ihm zunächst ein halbjähriges ärztliches Fahrverbot eintrug und im letzten Oktober ein definitives.

Der Mann leidet unter Schlafstörungen durch unbewusste Atemunterbrüche, was zu Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf führen kann.

Nach Ansicht des SEV hätte der Buschauffeur als Dienstplaner, Fahrinstruktor oder Kundenlenker weiterhin sinnvoll eingesetzt werden können.

Im letzten Dezember hätten 189 von 250 Busfahrer und -fahrerinnen der VZO eine Petition unterschrieben und die Weiterbeschäftigung ihres Kollegen gefordert, allerdings ohne Erfolg.

Der Gekündigte strebt nun mit Hilfe des SEV eine Frühpensionierung aus medizinischen Gründen an, um wenigstens eine Rente auf Lebenszeit zu sichern, wenn auch nur eine reduzierte.

Die Invalidenversicherung (IV) habe bisher eine Rente abgelehnt, weil Fahruntauglichkeit noch keine Arbeitsuntauglichkeit bedeute. Nach Ansicht der SEV verunmöglicht aber die Tagesschläfrigkeit auch die Ausübung etlicher anderer in Frage kommender Berufe.

Versicherungslücke

Der Fall zeige exemplarisch, dass ältere Busfahrerinnen und Busfahrer, die aus gesundheitlichen Gründen unverschuldet fahruntauglich werden, in eine Versicherungslücke fallen, schreibt der SEV.

Die Teilnehmenden der Branchentagung Bus-Gatu des SEV rufen in einer Petition alle konzessionierten Transportunternehmen auf, mit dem SEV eine branchenweite Frühpensionierungslösung zu prüfen für Busfahrer, die wenige Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter aus gesundheitlichen Gründen fahruntauglich werden.

Wenn keine interne Wiedereingliederung möglich sei, müsse auf eine Lösung zurückgegriffen werden, wie sie beim Bau existiere, heisst es in der Petition.

VZO prüfen immer Alternativen

"Jedes Jahr verlieren bei den VZO zwei Personen ihren Arbeitsplatz, weil sie aus medizinischen Gründen nicht mehr fahrtauglich sind", erklärte VZO-Direktor Werner Trachsel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die VZO prüften die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung im Betrieb in jedem einzelnen Fall. Leider sei jedoch meistens kein anderer geeigneter Platz offen. Man helfe den Betroffenen deshalb bei der Stellensuche und prüfe verschiedene Beschäftigungsoptionen im Rahmen der Möglichkeiten. "Das ergibt aber natürlich kein 100-Prozent-Pensum", sagte Trachsel. Eine Frühpensionierung habe der betroffene Mann abgelehnt.

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