Kantonsrat
Gewerbe soll künftig über Sonntagsverkaufs-Daten entscheiden

Nicht die Gemeinden, sondern der Detailhandel soll im Kanton Zürich bestimmen, an welchen vier Sonntagen die Läden geöffnet haben sollen. Dies fordert ein Postulat der FDP, das der Kantonsrat am Montag unterstützt hat.

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Sonntagsverkauf an der Bahnhofstrasse.

Sonntagsverkauf an der Bahnhofstrasse.

Keystone

Der Kantonsrat hat das Postulat mit 97 zu 66 Stimmen überwiesen.

Eingereicht wurde der Vorstoss von Gabriela Winkler (Oberglatt), auf Anregung "eines kleineren Möbelhändlers", wie sie sagte. Es sei doch absurd, wenn die Gemeinde bestimme, an welchem Sonntag er Möbel verkaufen dürfe. "Wo Paare doch im Frühling einrichten." Eine Mehrheit ausser SP, SVP, EVP und EDU folgte Winkler.

Kopfschütteln erntete hingegen ein zweites Postulat zum Thema Sonntagsverkauf, das von Martin Geilinger (Grüne, Winterthur) eingereicht wurde.

"Ist das ernst gemeint?"

Geilinger wollte das Festsetzen der vier Sonntagsverkäufe den Angestellten überlassen. "Schliesslich sind sie an der Front und wissen genau, wann die besten Tage für einen Sonntagsverkauf sind." Die Daten könnten etwa in einer Vollversammlung bestimmt werden.

"Ist das ernst gemeint?", fragten zahlreiche Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Diskussion. So etwas könne man ja nicht ernst nehmen, sagte etwa Judith Bellaiche (GLP, Kilchberg). Der Vorstoss wurde denn auch mit 141 Nein- zu 19 Ja-Stimmen abgelehnt.