Mitten in der Nacht auf Donnerstag, 15. Oktober 2015, luden zwei junge Männer ihren Fahrradanhänger voll: Bei einer Aldi-Filiale in Zürich-Altstetten entwendeten sie Lebensmittel, welche für die wohltätige Organisation "Schweizer Tafel" bereit standen.

Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift festhält, wollten die heute 20- und 22-jährigen Männer diese Lebensmittel "in die Küche des sogenannten Kochareals bringen, wo sie gemeinsam mit den übrigen Anwesenden verzehrt worden wären".

Doch zum gemeinsamen nächtlichen Essen der Lebensmittel, deren Wert die Staatsanwaltschaft auf 215,40 Franken beziffert, kam es auf dem besetzten Kochareal nicht. Die beiden Männer mit dem vollen Fahrradanhänger wurden von der Stadtpolizei gestoppt.

Weil sich einer der beiden Männer, gemäss Anklage ein italienischer Tourist, nicht ausweisen konnte, wollten ihn die Stadtpolizisten auf die Wache mitnehmen. Sein jüngerer Schweizer Kollege protestierte. Es folgte ein Gerangel. Rund 30 Personen vom nahen Kochareal sollen zudem mit Gegenständen geworfen haben.

Bei der Rangelei erlitt ein Stadtpolizist eine vorübergehende Sehstörung, ein weiterer eine Prellung des Schleimbeutels am rechten Knie. Die Staatsanwaltschaft klagt die beiden Lebensmitteltransporteure deshalb unter anderem wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie einfacher Körperverletzung an. Sie fordert Freiheitsstrafen von je acht Monaten, die vollzogen werden sollen.

Die Anträge der Verteidigung werden am Nachmittag im Verlaufe der Hauptverhandlung bekannt.