Zürich
Getränke-Abzocke am Flughafen? Student aus Oberengstringen fragt den Preisüberwacher

Dank dem Oberengstringer Artur Terekhov hat sich der Preisüberwacher die Wasserpreise am Zürcher Flughafen angesehen. Heute sei die Situation in Ordnung, doch sagt der Preisüberwacher gleichzeitig, dass er beim Flughafen schon mal eingeschritten ist.

David Egger
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Sind die Getränkepreise am Zürcher Flughafen im Boardingbereich zu hoch? Diese Frage hat nun der eidgenössische Preisüberwacher beantwortet.

Sind die Getränkepreise am Zürcher Flughafen im Boardingbereich zu hoch? Diese Frage hat nun der eidgenössische Preisüberwacher beantwortet.

GAETAN BALLY

Sommerferien machen durstig, vor allem wenn man als Nächstes gleich in ein trockenes Flugzeug steigt, in dem die Getränke dann erst noch in winzigen Plastikbechern serviert werden. Da kauft man sich am besten am Flughafen noch ein Getränk. Doch aufgepasst: erst nach der Handgepäckkontrolle. Und: Es kann teuer werden.

Artur Terekhov, ein 23-jähriger Jus-Student aus Oberengstringen, fand die Situation nicht in Ordnung. Und reichte eine offizielle Meldung gemäss Artikel 7 des Schweizer Preisüberwachungsgesetzes ein. In seinem dreiseitigen Brief an den eidgenössischen Preisüberwacher schrieb Terekhov, dass die Getränkepreise im Boardingbereich der Schweizer Flughäfen seit 2006 erhöht worden seien, da es seit dann verboten ist, mehr als hundert Milliliter Flüssigkeit durch die Handgepäckkontrolle mitzunehmen. Sein Problem damit: Im Bereich nach der Handgepäckkontrolle haben wenige Geschäfte zusammen eine derartige Marktmacht, dass sie die Preise nicht mehr wie im freien Wettbewerb bestimmen. Gerade bei Wasser mit seinem Grundnahrungsmittelcharakter sei das problematisch, sagt Terekhov, der unter anderem auch im No-Billag-Komitee sitzt.

Preisunterschied liegt bei 5,40 Franken

Doch wie schlimm ist es? Gemäss Auskunft des Zürcher Flughafens bewegt sich der Preis für 0,5 Liter Mineralwasser im Passagierbereich zwischen 1,50 und 6,90 Franken. Am billigsten ist eine Ok-Flasche vom K-Kiosk, am teuersten sind die Restaurants. Zudem: Günstige Coop- und Migros-Filialen gibt es im Luftbereich keine, im Landbereich indes schon. Dies sei der einzige Unterschied zwischen den Getränkepreisen im Luft- und im Landebereich, sagt Flughafen-Sprecherin Jasmin Bodmer. Von 1370 Beschwerden, die den Flughafen zwischen 2015 und 2017 erreichten, hätten sich nur drei auf die Getränkepreise bezogen. Zudem gibt es heute 19 Gratis-Trinkwasserspender im An- und Abflugbereich.

«Ich wünschte mir, der Preisüberwacher würde die Getränkepreise an den Flughäfen landesweit überprüfen.» Artur Terekhov

«Ich wünschte mir, der Preisüberwacher würde die Getränkepreise an den Flughäfen landesweit überprüfen.» Artur Terekhov

Zur Verfügung gestellt

Der stellvertretende eidgenössische Preisüberwacher Beat Niederhauser antwortet Terekhov auch in diesem Sinne – die Antwort liegt der Schweiz am Wochenende vor. Er gibt aber zu verstehen, dass Terekhov nicht auf der falschen Spur war: «Nach Einführung der Beschränkungen zur Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord erhielten wir viele Beschwerden über hohe Getränkepreise. Wir sind damals an den Flughafen Zürich gelangt und dieser hat daraufhin erschwingliche Alternativangebote gefördert.» Dies kommt erst jetzt an die Öffentlichkeit, dank Terekhovs Meldung. Mit dem Antwortschreiben ist er nicht vollumfänglich zufrieden, da es sich nur auf den Flughafen Zürich bezieht: «Ich wünschte mir, der Preisüberwacher würde die Getränkepreise an den Flughäfen landesweit überprüfen.» Zudem bestünde die Problematik nicht nur bei Wasser, sondern etwa auch bei Süssgetränken.

Zum Schluss ein Tipp: Es ist erlaubt, eine leere PET-Flasche durch die Handgepäckkontrolle mitzunehmen und sie danach gratis zu füllen – das sagt der Preisüberwacher.