Zürich

Gesundheitszentrum am Flughafen soll Platzproblem des Universitätsspitals lösen

So soll der Park des "Circle" des Universitätsspitals dereinst aussehen.

So soll der Park des "Circle" des Universitätsspitals dereinst aussehen.

Während der 20 Jahre dauernden Bauarbeiten am Standort im Zürcher Hochschulquartier gehen Flächen verloren, für die nun am Flughafen Ersatz geschaffen werden soll.

Mitte März gab das Universitätsspital bekannt, dass es im geplanten Dienstleistungszentrum "The Circle" am Flughafen eine Fläche von 10'000 Quadratmetern mieten will, um dort ein 24-Stunden-Gesundheitszentrum zu betreiben.

Zwei Drittel der Fläche werden allein aufgrund des absehbaren Engpasses in der Stadt Zürich benötigt, sagt Spitaldirektorin Rita Ziegler in einem Interview mit dem "Zürcher Unterländer" vom Mittwoch. Den Rest werde das USZ für die Gesundheitsversorgung am Flughafen brauchen.

"Wir müssen in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Reduktion der Flächen hinnehmen, die uns empfindlich einschränken wird", sagte die Spitaldirektorin. Die Fläche im "The Circle" sieht sie als "Lösung für unsere Kapazitätsprobleme".

Als Ersatz für einen Spitaltrakt, der abgerissen wird, will das USZ in Zürich im Spitalpark ein Provisorium mit einer Gesamtfläche von rund 5000 Quadratmetern erstellen. Die Stadt hat jedoch die Bewilligung verweigert, weil der Park denkmalpflegerisch wertvoll und für das Quartier äusserst wichtig sei.

Am Rekurs gegen diesen Entscheid hält das USZ laut Ziegler trotz der Pläne am Flughafen fest. Denn das Problem mit der "hochinstallierten Medizin" könne nicht gelöst werden, da die Räume im "The Circle" nicht die erforderliche Minimalhöhe haben.
Notfallstation, aber keine Intensivstation

Gemäss Ziegler wird es im Zentrum am Flughafen sicher eine rund um die Uhr geöffnete Notfallstation sowie "Angebote im ambulanten und kurzstationären Bereich" geben. Da die medizinische Poliklinik und die Dermatologie permanent überlastet seien, könnten einige dieser Patienten künftig im "The Circle" behandelt werden.

Hochkomplexe Medizin werde im Zentrum am Flughafen aber sicher nicht praktiziert und es werde dort auch keine Intensivstation geben. Am neuen Standort sei auch die Behandlung von internationalen Patienten möglich, was "allenfalls ein willkommener Nebeneffekt" sei, sagte Ziegler. Diese Patienten seien jedoch "kein strategisches Segment".
Nicht teurer als Neubau in Zürich

Im neuen Gesundheitszentrum werden rund 300 Mitarbeitende beschäftigt. Mit Mietkosten von 450 Franken pro Quadratmeter ist das Projekt nach den Worten der Spitaldirektorin nicht teurer als ein Neubau in Zürich. Am Flughafen profitiere man von einer Infrastruktur - inklusive Parkhäuser -, die das Spital nicht selber finanzieren müsse.

Das USZ hat im März eine Absichtserklärung unterschrieben und will den Vertrag für das Flughafen-Gesundheitszentrum im Herbst unterzeichnen. Die Eröffnung ist im Jahr 2018 geplant.

Zweite "Ankermieterin" des Zentrums "The Circle", das zu 51 Prozent der Flughafen Zürich AG und zu 49 Prozent der Swiss Life AG gehört, ist die Firma Hyatt, die zwei Hotels und ein Kongresszentrum betreiben will. (sda)

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