Zürich

Gestaltungspläne überwiesen: Der Stadtrat plant im Leutschenbach ein neues Quartier

Das Areal Thurgauerstrasse mit den Familiengärten und dem Parkplatz Eisfeld.

Das Areal Thurgauerstrasse mit den Familiengärten und dem Parkplatz Eisfeld.

Aus Rücksicht aufs angrenzende Einfamilienhaus-Quartier hat die Stadt Zürich ihre Pläne etwas reduziert - doch nach wie vor hat sie Grosses vor: Sie will auf dem rund 65'000 Quadratmeter grossen Leutschenbach-Areal in Oerlikon rund 700 Wohnungen, Gewerbeflächen, ein Alterszentrum, ein Schulhaus und einen öffentlichen Park erstellen.

Rund 210 Anträge sind während der öffentlichen Auflage der Gestaltungspläne "Thurgauerstrasse" eingegangen. Diese Rückmeldungen hätten den Stadtrat zu "gewichtigen Anpassungen" veranlasst, wie Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) am Mittwoch sagte.

Am meisten bewegt habe dabei der Übergang vom geplanten Neubau-Quartier in die bestehende Nachbarschaft, sagte Odermatt. Um Rücksicht auf das "kleinstrukturierte Einfamilienhausquartier" zu nehmen, sei die erlaubte Gebäudehöhe um ein Vollgeschoss reduziert worden. Drei bis fünf Geschosse sind am Rand nun noch möglich - ein Riegel gegenüber dem bestehenden Quartier soll das nicht mehr geben.

Visualisierung des Boulevards entlang der Thurgauerstrasse.

Visualisierung des Boulevards entlang der Thurgauerstrasse.

Auch sonst sind gemäss Odermatt verschiedene Anliegen der Anwohner aufgenommen worden. So soll etwa das alte Schützenhaus nun doch erhalten werden; es soll bei der Gestaltung des neuen öffentlichen Parks eingebunden werden.

Weiterhin wären auf dem Areal aber auch drei Hochhäuser mit einer Höhe von bis zu 70 Metern zulässig. Das Thema Schattenwurf sei nochmals geprüft worden, sagte Odermatt. Dabei habe sich gezeigt: Der gesetzliche Rahmen werde eingehalten.

Baustart in drei Jahren

In Oerlikon soll gemäss den Plänen des Stadtrates ein neuer "lebendiger Quartierteil" entstehen. Auf rund 37'000 Quadratmeter des 65'000 Quadratmeter grossen Areals in Leutschenbach sollen rund 700 Wohnungen sowie in den Erdgeschossen publikumsorientierte Gewerbeflächen realisiert werden.

Die Stadt beabsichtigt gemäss Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) auf einem Teil des Areals selber zu bauen, die übrigen Baufelder werden nach einer Ausschreibung an gemeinnützige Bauträgerschaften abgeben. "Die geplanten Wohnungen sollen einen Beitrag an eine gute soziale Durchmischung im Quartier leisten."

Nun ist das Parlament am Ball

Die beiden nach der öffentlichen Auflage nun bereinigten Gestaltungspläne "Thurgauerstrasse" sowie die notwendige Zonenplanänderung gelangen nun ins Stadtparlament. Der Stadtrat hofft auf eine Inkraftsetzung im Jahr 2020.

Der heutige Zeitplan sieht den Baustart für das Schulhaus und den öffentlichen Park für das Jahr 2021 vor. Die Wohn- und Gewerbebauten könnten ab etwa 2023 realisiert werden. Als Richtgrösse für eine komplette Umsetzung nannte Odermatt am Mittwoch vor den Medien das Jahr 2025.

Bis Ende 2020 können damit auch die bestehenden Kleingärten vorerst noch genutzt werden, wie Tiefbauvorstand Filippo Leutenegger (FDP) ausführte. Ein Konzept für den Teil-Ersatz der Gärten im Gebiet Froloch sei in Arbeit.

Meistgesehen

Artboard 1