Zürcher Bezirksgericht

Geständiger Financier soll in «kurzem Prozess» verurteilt werden

Weil er seinen Geldbedarf mit den unrechtmässigen Margen nicht decken konnte, begann er auch Aktien zu verkaufen, über die er nicht verfügte, und die zu beschaffen er auch nicht beabsichtigte. (Symbolbild)

Weil er seinen Geldbedarf mit den unrechtmässigen Margen nicht decken konnte, begann er auch Aktien zu verkaufen, über die er nicht verfügte, und die zu beschaffen er auch nicht beabsichtigte. (Symbolbild)

Ein Financier steht wegen Betrugs und Veruntreuung am Freitag vor Zürcher Bezirksgericht. Er ist geständig und soll im abgekürzten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt werden.

Der 45-Jährige hat bereits etwa zwei Jahre abgesessen.

Ohne über die nötige Bewilligung zu verfügen hatte der Angeklagte ab 2007 bis zu seiner Verhaftung im November 2011 als Vermögensverwalter über die Firmen Core Capital Partners AG und CC Private Equity Partners Ltd. mehr als 150 Investoren betreut. Er schädigte sie gemäss Anklageschrift um über 30 Millionen Franken.

Damit finanzierte er seinen aufwendigen Lebensstil. Allein sein intensiver Kokainkonsum hat ihn gemäss Anklage monatlich rund 20'000 Franken gekostet. Zur Vertrauensförderung habe er sich erfolgreich um Medienpräsenz als Financier sowie als Förderer und später als Präsident des Rennvereins Zürich bemüht.

Allein den Rennverein unterstützte er mit über 1,1 Millionen Franken. Auch weitere Projekte aus dem Bereich Pferderennsport liess er grössere Beträge zukommen.

Keine eigenen Mittel investiert

Seine Kunden täuschte der Financier, indem er behauptete, er investiere selber zu gleichen Konditionen eigene Mittel in die Firmen, sitze somit mit ihnen "im gleichen Boot", kassiere keinerlei Margen und Kommissionen sondern bloss einen Gewinnanteil bei einem Verkauf der Aktien.

Er hatte aber gemäss Anklage nie die Absicht, den Investoren die Aktien praktisch zum Einstandspreis weiterzugeben, und investierte auch nie eigene Mittel in die Gesellschaften. Er habe sich unrechtmässig bereichert, indem er Margen von 16 bis über 50 Prozent für sich abzweigte.

Weil er seinen Geldbedarf mit den unrechtmässigen Margen nicht decken konnte, begann er auch Aktien zu verkaufen, über die er nicht verfügte, und die zu beschaffen er auch nicht beabsichtigte.

Fünfjähriges Berufsverbot

Den Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte akzeptiert. Demnach soll er wegen qualifizierter Veruntreuung und gewerbsmässigen Betrugs schuldig erklärt werden. Dazu kommt ein Schuldspruch wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, Betäubungsmittelkonsums und Verstosses gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz.

Zur Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren soll eine Busse von 800 Franken kommen. Zudem ist vorgesehen, den Beschuldigten mit einem fünfjährigen Berufsverbot zu belegen. Er soll in dieser Zeit weder als selbstständiger noch als unselbstständiger Finanzintermediär tätig sein dürfen.

Über den Schadenersatz, den der Beschuldigte seinen betrogenen Kunden zahlen muss, muss auf dem Zivilweg entschieden werden.

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