In die eigene Tasche gewirtschaftet: Eine gerichtlich genehmigte Videokamera, die auf den Kassenbereich gerichtet war, brachte schliesslich den Beweis, dass sich die Verkäuferin im grossen Stil bediente. Gemäss Bundesgericht ging es um einen Betrag von 80'000 Franken.

In die eigene Tasche gewirtschaftet: Eine gerichtlich genehmigte Videokamera, die auf den Kassenbereich gerichtet war, brachte schliesslich den Beweis, dass sich die Verkäuferin im grossen Stil bediente. Gemäss Bundesgericht ging es um einen Betrag von 80'000 Franken.

Symbolbild: Christian Beutler/Keystone

Winterthur
Bundesgericht bestätigt Urteil gegen diebische Bioladenverkäuferin

Während Jahren griff eine Verkäuferin in die Kasse eines Bioladens und bereicherte sich. Nun hat das Bundesgericht die vorinstanzlichen Urteile bestätigt: Die 38-Jährige muss definitiv hinter Gitter.

sda
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Eine Bioladen-Verkäuferin aus Winterthur steckte während Jahren das einkassierte Geld in die eigene Tasche. Das Bundesgericht hat die vorinstanzlichen Urteile nun bestätigt: Die Frau muss wegen gewerbsmässigen Diebstahls und Urkundenfälschung definitiv ins Gefängnis. Die Lausanner Richter bestätigten die teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten und waren damit gleicher Ansicht wie die Vorinstanzen, das Bezirksgericht Winterthur und das Zürcher Obergericht.

Von den 30 Monaten muss die Verkäuferin sechs Monate absitzen, die restlichen zwei Jahre sind bedingt. Zwei Monate sass sie bereits in Untersuchungshaft. Während Jahren griff die Frau, die für das Bistro zuständig war, in die Kasse des Biogeschäftes. Sie tippte die Beträge entweder gar nicht ein oder brach Buchungen mit der Löschtaste ab. Das Geld steckte sie danach in ihre eigene Tasche. Die Geschäftsleitung wurde irgendwann misstrauisch, weil die Einnahmen immer deutlich höher waren, wenn sie ferien- oder krankheitshalber ausfiel.

Das Bundesgericht geht von 80'000 Franken aus

Eine gerichtlich genehmigte Videokamera, die auf den Kassenbereich gerichtet war, brachte schliesslich den Beweis, dass sich die Verkäuferin im grossen Stil bediente. Gemäss Bundesgericht ging es um einen Betrag von 80'000 Franken. Die Staatsanwaltschaft warjedoch von einem Betrag von bis zu 250'000 Franken ausgegangen, pro Tag also zwischen 40 und 200 Franken, dies über einen Zeitraum von acht Jahren. Für das Bezirksgericht Winterthur waren jedoch nur die Diebstähle bis zum Jahr 2014 bewiesen, weshalb die Frau lediglich wegen des Diebstahls von 80'000 Franken verurteilt wurde.

Weil sich die Staatsanwaltschaft damit zufrieden gab und den Fall nicht weiterzog, durfte das Urteil nicht verschärft werden. Mit ihrem Gang vor Bundesgericht forderte die Verkäuferin ein milderes Urteil, nämlich dass sie nicht ins Gefängnis müsse. Das Bundesgericht kam jedoch zum Schluss, dass die Strafzumessung rechtens sei und lehnte die Beschwerde ab. Nun muss die Frau auch noch 3000 Franken Gerichtskosten bezahlen.