Bereits auf den 1. Januar 2013 koordinieren das USZ und das Stadtspital Triemli (STZ) die Herzchirurgie.

"Der Anfang war eher ein bisschen harzig", sagte Stadträtin Claudia Nielsen (SP) am Freitag vor den Medien in Zürich. "Wenn sich Zürich und Zürich disputieren, dann freut sich Bern." Stadt und Kanton hätten sich aber zusammengerauft und lange und intensiv verhandelt.

Herausgekommen ist eine gemeinsame Erklärung der Zürcher Stadt- und Kantonsregierungen zur Stärkung der universitären Medizin. Mit dem Schulterschluss sollen die Kräfte in der Herzmedizin auf dem Platz Zürich gebündelt werden. Regierungsrat Thomas Heiniger bezeichnete die Erklärung als "einen ganz erfreulichen Start".

In zwei Schritten werde erreicht, was nötig sei, um national und international weiter bestehen zu können, sagte Heiniger weiter. USZ und STZ verzeichnen fast 1300 Eingriffe an Herzen pro Jahr - gemäss Heiniger weit mehr als jedes andere Spital oder Region. Dies sei gut für die Patienten, sagte Nielsen. "Je höher die Fallzahlen, desto mehr Erfahrung, desto besser die Qualität".

Universitärer Schwerpunkt am Triemli

In einem ersten Schritt treten das USZ und STZ ab 1. Januar 2013 unter dem gemeinsamen Namen "Universitäres Herzzentrum Zürich" auf. Die Herzchirurgien werden aber vorerst an beiden Standorten weitergeführt. Zudem soll es einheitliche betriebliche Konzepte und aufeinander abgestimmte Ärzteteams geben.

Der zweite Schritt ist dann gemäss Nielsen "der grosse Wurf". Es sei eine ziemlich ehrgeizige Herausforderung, sagte die Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich. Die Herzmedizin wird am Standort USZ zusammengelegt. Vorgesehen ist dies "für den Zeitraum ab 2014".

Gleichzeitig soll es am Triemli einen "gleichwertigen universitären Schwerpunkt" geben. Was dies genau sein könnte, ist noch offen. Nielsen gab als mögliches Beispiel die Tumorbehandlung an.

Schon länger im Gespräch

Die Erklärung wurde von einem Steuerungsausschuss, bestehend aus Vertretungen des Regierungsrats, des Stadtrats, der Universität Zürich und des USZ, erarbeitet. Das Triemli war mit Stadträtin Claudia Nielsen vertreten. Die Einzelheiten der Organisation und die Abläufe der Zusammenarbeit wurden in einem Vertrag zwischen den Institutionen geregelt.

Der Kanton und die Stadt sind schon länger im Gespräch für einen gemeinsamen Standort für ein Herzzentrum. Der Zürcher Regierungsrat hatte das USZ als optimalen Standort vorgeschlagen. Die Stadt Zürich hingegen hatte für einen Neubau neben dem Triemlispital plädiert.

Auslöser für die Gespräche war die Vergabe des Leistungsauftrags für Herztransplantationen in der Schweiz - dies sei kein Geheimnis, sagte Nielsen. Der Entscheid soll nächstes Jahr fallen. Momentan werden an den drei Standorten Zürich, Bern und Lausanne Herztransplantationen durchgeführt. Spätestens Ende 2013 soll es noch höchstens zwei Zentren geben.