Zürich
Geplantes Stadionprojekt: Neuer Verein will Hardturm-Brache erhalten

Ein neugegründeter Verein kämpft für den Erhalt der Zürcher Stadionbrache.

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 Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich, links, und Stephan Anliker, Präsident von GC, begutachten das Projekt des Fussballstadions Hardturm an einer Medienkonferenz in Zürich am Mittwoch, 13. September 2017.
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Hardturm Zürich
 Auch zwei neue Wohn- und Bürotürme sollen entstehen. Mit ihren 137 Metern sollen sie höher als der Prime Tower werden. So präsentiert sich die Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her.
 Der Detailansicht des Projekts "Ensemble" mit gemeinnützigem Wohnungsbau, Stadion und den Wohn- und Geschäftstürmen des Siegerprojekts des Investorenwettbewerbes zum Hardturm-Areal.
 Die Investitionen betragen rund 570 Millionen Franken.
 Im Stadion sollen 18'000 Zuschauer Platz haben.
 Grossräumig unter der Tribüne
 Arealplan des Projekts "Ensemble".
 Die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm 2015
 Bis zum 13. November 2015 war eine Eingabe für den Investorenwettbewerb auf dem Hardturmareal möglich.
 Grasshoppers-Fans forderten 2014 mit Transparenten ein neues Hardturm-Stadion.
 Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
 2013: Ein Plakat plädierte für ein "Ja" zum Stadion Zürich.
 2013 marschierten der FCZ und GC gemeinsam für ein Ja zum neue Fussballstadion.
Die Grasshoppers gewinnen am 3. Dezember 1977 das Nationalliga A Meisterschaftsspiel im Hardturm-Stadion in Zürich gegen Etoile Carouge mit 3 zu 2 Toren. Der Grasshopper Ruedi Elsener, Mitte, bückt sich, um die Schussbahn für seinen Mitspieler Andre "Bigi" Meier, rechts, freizuhalten.
 Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.
 Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.

Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich, links, und Stephan Anliker, Präsident von GC, begutachten das Projekt des Fussballstadions Hardturm an einer Medienkonferenz in Zürich am Mittwoch, 13. September 2017.

WALTER BIERI

Bis auf dem Hardturm wieder der Fussball rollt, dauert es noch einige Jahre. Geht es allerdings nach der neu gegründeten IG Freiräume Zürich-West, soll hier gar nie mehr ein Spiel angepfiffen werden. Der Verein möchte die Brache erhalten und damit das geplante Stadion verhindern, berichtet die "NZZ".

Der IG gehören unter anderem Anwohner an, aber nicht nur – auch Leute, die aus grundsätzlichen Überlegungen für die Freiräume sind, sagt der Grüne Gemeinderat Markus Knauss gegenüber der Tageszeitung. Die Personen in Vorstand und Präsidium seien bis heute nicht öffentlich bekannt, daher stehe es ihm nicht zu, ihre Namen publik zu machen, sagt Knauss weiter, der ebenfalls Mitglied des Vereins ist.

Der Gemeinderat betont allerdings, dass der neu gegründete Verein nichts mit dem Verein Stadionbrache zu tun hat. Letzterer verhalte sich neutral gegenüber dem Stadionprojekt, denn der Verein hat das Land als Gebrauchsleihe von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Hardturmstadions hat sich seit 2011 eine Art Freiluft-Quartiertreff gebildet, verwaltet vom Verein Stadionbrache. Im Rahmen einer Zwischennutzung verwirklichen sich dort Hobbygärtner ebenso wie Kletterer, Pizzabäcker, Skater, Hühnerzüchter, Fahrende oder Musiker, während kommerzielle Veranstaltungen unerwünscht sind. Diese Oase soll erhalten werden, wenn es nach dem Willen des neuen Vereins geht, schreibt die "NZZ".

Stadionprojekte haben es schwer

Das geplante Projekt "Ensemble" von HRS Investment AG und Credit Suisse umfasst neben einem Stadion für 18'000 Zuschauer auch 170 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme, die mit ihren 137 Metern höher als der Prime Tower werden. Die Investitionen betragen rund 550 Millionen Franken.

Die Stadt Zürich engagiert sich nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit finanziell nicht mehr, stellt aber das Areal von fast 55'000 Quadratmetern im Baurecht zur Verfügung. In den letzten 20 Jahren scheiterten schon mehrere Stadionprojekte. Zuletzt lehnten die Stadtzürcher Stimmberechtigten ein 216-Millionen-Franken-Stadion auf Kosten der Stadt mit knapper Nein-Mehrheit ab.