Bis auf dem Hardturm wieder der Fussball rollt, dauert es noch einige Jahre. Geht es allerdings nach der neu gegründeten IG Freiräume Zürich-West, soll hier gar nie mehr ein Spiel angepfiffen werden. Der Verein möchte die Brache erhalten und damit das geplante Stadion verhindern, berichtet die "NZZ".

Der IG gehören unter anderem Anwohner an, aber nicht nur – auch Leute, die aus grundsätzlichen Überlegungen für die Freiräume sind, sagt der Grüne Gemeinderat Markus Knauss gegenüber der Tageszeitung. Die Personen in Vorstand und Präsidium seien bis heute nicht öffentlich bekannt, daher stehe es ihm nicht zu, ihre Namen publik zu machen, sagt Knauss weiter, der ebenfalls Mitglied des Vereins ist. 

Der Gemeinderat betont allerdings, dass der neu gegründete Verein nichts mit dem Verein Stadionbrache zu tun hat. Letzterer verhalte sich neutral gegenüber dem Stadionprojekt, denn der Verein hat das Land als Gebrauchsleihe von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Hardturmstadions hat sich seit 2011 eine Art Freiluft-Quartiertreff gebildet, verwaltet vom Verein Stadionbrache. Im Rahmen einer Zwischennutzung verwirklichen sich dort Hobbygärtner ebenso wie Kletterer, Pizzabäcker, Skater, Hühnerzüchter, Fahrende oder Musiker, während kommerzielle Veranstaltungen unerwünscht sind. Diese Oase soll erhalten werden, wenn es nach dem Willen des neuen Vereins geht, schreibt die "NZZ".

Stadionprojekte haben es schwer

Das geplante Projekt "Ensemble" von HRS Investment AG und Credit Suisse umfasst neben einem Stadion für 18'000 Zuschauer auch 170 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme, die mit ihren 137 Metern höher als der Prime Tower werden. Die Investitionen betragen rund 550 Millionen Franken.

Die Stadt Zürich engagiert sich nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit finanziell nicht mehr, stellt aber das Areal von fast 55'000 Quadratmetern im Baurecht zur Verfügung. In den letzten 20 Jahren scheiterten schon mehrere Stadionprojekte. Zuletzt lehnten die Stadtzürcher Stimmberechtigten ein 216-Millionen-Franken-Stadion auf Kosten der Stadt mit knapper Nein-Mehrheit ab.