Kirch-Dinhard
Geplantes Bordell liegt direkt am Schulweg – Einwohner sind entsetzt

In der beschaulichen Gemeinde Kirch-Dirnhard soll ein Bordell gebaut werden. Obwohl Einwohner sich vehement dagegen gewehrt haben, hat die Gemeinde das Baugesuch bewilligt.

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Kirch-Dinhard ist ein beschauliches 90-Seelendorf in der Nähe von Winterthur. Hier gibt es alte Riegelhäuser, ein Restaurant und eine Kirche im Zentrum. Unweit davon entfernt soll auch bald ein Bordell eröffnen.

Obwohl die Einwohner vehement Widerstand leisteten und bei den Behörden eine Petition mit über 230 Unterschriften einreichten, wurde das Baugesuch dennoch bewilligt. Gemäss "Landbote" waren der Gemeinde die Hände gebunden, da alle baurechtlichen Anforderungen erfüllt waren und damit ein Recht auf Bewilligung bestand.

Für die Einwohner ist das ein geringer Trost. Gegenüber "TeleZüri" äussern sie ihre Einwände: "Wir haben Bedenken, dass durch das Bordell ein Zulauf von fremden Leuten entsteht und abends grosser Verkehr herrschen wird." Mit dem Andrang von Auswärtigen könnte auch bald Schluss sein mit der Ruhe in ihrem beschaulichen Dorf, fürchten sie.

"Kinder gehören nicht in die Gewerbezone"

Für Nicole Marek, welche bereits seit zwölf Jahren in Kirch-Dinhard lebt, ist das wichtigste Argument die Sorge um die Kinder und Jugendlichen im Quartier. "Das Bordell liegt direkt am Schulweg", sagt sie.

Der künftige Bordellbetreiber kann die Kritik nicht nachvollziehen. Vor allem die besorgten Mütter, die Angst um ihre Sprösslinge haben, versteht er nicht. "Das hier ist eine Gewerbezone, wo Lastwagen unterwegs sind", sagt er. Hier sei es schlicht zu gefährlich für Kinder: "Sie gehören nicht in eine Gewerbezone, sondern auf den Spielplatz."

Gegen die Baubewilligung können die Gegner noch bis am 9. Oktober Rekurs einlegen.