«Dank den Genossenschaften können in der Stadt Zürich trotz ihrer enormen Anziehungskraft ganz gewöhnliche Leute wohnen», sagte Peter Schmid, Präsident Wohnbaugenossenschaften Zürich (SVW), am Freitag vor den Medien. Die Studie stützt sich auf Registerdaten und Befragungen und wurde von der Stadtentwicklung der Stadt Zürich und vom SVW durchgeführt.

Neben Familien sind auch ältere Menschen in fast allen Quartieren übervertreten. Das liegt zum einen daran, dass Familien und Ältere meist nicht über grosse Einkommen verfügen. Auf dem freien Markt würden sie verdrängt werden, weil sie oft nichts Bezahlbares mehr finden. «Bei uns wohnt der breite Mittelstand», sagte Schmid.

Rund 90 Prozent der Genossenschafter verfügen über ein Brutto- Monatseinkommen von unter 8000 Franken im Monat. Aber nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch die Nachbarschaftshilfe sprechen für die Genossenschaftswohnungen. So gaben Genossenschafter häufiger an, dass sie ihrer Nachbarschaft vertrauen, dass sie sich aushelfen, Probleme besprechen oder Kinder hüten.

Ältere Bewohner können dank guter Nachbarschaft und Spitex länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Dies führe zu weniger Kosten für die öffentliche Hand, sagte Schmid. Die Förderung von Wohnbaugenossenschaften rechne sich auch in anderer Hinsicht. So bleibe durch niedrige Mieten mehr Geld zum Leben. Das sei gut für die Wirtschaft und spare Sozialhilfe.

Weniger Wohnflächenverbrauch

Ausserdem haben Genossenschafter einen deutlich tieferen Wohnflächenverbrauch pro Person. Die Belegungsvorschriften hätten sich bewährt. Würden alle so wenig Wohnfläche verbrauchen, hätten 40'000 Einwohner mehr Platz in der Stadt.

Insgesamt sei die Förderung des genossenschaftlichen Wohnungsbaus ein gutes Geschäft für die öffentliche Hand. Der niedrige Flächenverbrauch spare Infrastrukturkosten, und durch die moderaten Mieten fielen weniger Fürsorge- und Ergänzungsleistungen an. Dass die Genossenschafter wegen ihrer niedrigen Einkommen weniger Steuern bezahlen, werde dadurch kompensiert, dass mehr Steuerzahler auf einer kleineren Fläche wohnen.

Ein altes Vorurteil wird durch die Studie relativiert. Zwar wohnen noch immer weniger Ausländer in Genossenschaftswohnungen, aber der Ausländeranteil ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Untervertreten sind vor allem Personen aus Nord- und Westeuropa. Bei Personen aus Südeuropa unterscheiden sich Genossenschaften und Nicht-Genossenschaften kaum.