Um 12 Uhr startete zunächst eine kleine Gruppe von maximal 50 Personen, um die zwei Kilometer lange Strecke in der Limmat auf Zeit zu schwimmen. Marcel Schwarz erreichte das Ziel nach 20 Minuten und 40 Sekunden als erster Schwimmer, Darya Melnyk nach 21 Minuten und 7 Sekunden Minuten als erste Schwimmerin.

Danach sprangen - zeitlich gestaffelt bis zum späten Nachmittag - die restlichen Teilnehmer ins 23 Grad warme Wasser, bei denen der "gemütliche Schwumm" und der Plausch im Vordergrund standen.

Die Strecke vom Frauenbad am Stadthausquai bis zum Flussbad Oberer Letten gilt es jeweils zu geniessen: Der "Schwumm", der unter anderem unter der Münster-, Rathaus- und Bahnhofbrücke durchführt, ist ansonsten nicht möglich.

Denn ab Quaibrücke bis Bad Oberer Letten ist das Schwimmen und Baden ausserhalb der Badeanstalten generell verboten: "Es bestehen grosse Gefahren durch Strömungen und die Limmatschifffahrt", wie es auf der Internetseite des Zürcher Sicherheitsdepartementes heisst.

Damit sie nicht im Bikini nach Hause müssen

Damit sie nicht im Bikini nach Hause müssen

4`500 Personen liessen sich heute am 53. Limmatschwimmen den Fluss hinunter treiben. Kleider, Schuhe, Wertsachen und Sonnenbrillen mussten sie davor abgeben. Warum sie trotzdem nicht barfuss nach Hause mussten.

Ansturm auf begrenzte Tickets

Das Teilnehmerinteresse am Limmatschwimmen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im vergangenen Jahr waren die verfügbaren 4500 Tickets innert acht Minuten weg. Dieses Jahr dauerte der Vorverkauf mit rund anderthalb Stunden etwas länger - aber dies auch nur, weil der Server des Ticketproviders am vergangenen Mittwoch zwischenzeitlich ob des grossen Ansturms streikte.

Der Andrang sei enorm gewesen, hält das OK auf seiner Facebookseite fest und entschuldigt sich bei den Enttäuschten für die aufgetretenen Probleme.

Dass die Zahl der zulässigen Schwimmer begrenzt ist, ist auf Sicherheitsüberlegungen zurückzuführen. So müssen sich unter anderem auch die Schwimmer und die Boote, welche die Kleider transportieren, kreuzen können. Solange es diese Kleidertransporte gebe, bleibe die Teilnehmerzahl beschränkt, schreibt das OK in einer Mitteilung vom Samstagabend. Dies sei der einzige Wermutstropfen.

Auf Onlinebörsen entwickelte sich in den vergangenen Jahren wegen der regen Nachfrage ein kleiner Markt, auf dem die Tickets, die regulär 22 Franken kosten, für bis zu 139 Franken verkauft wurden, wie das "Tagblatt der Stadt Zürich" kürzlich berichtete.

Das ehrenamtlich tätige OK des Limmatschwimmens rief deshalb im Vorfeld der diesjährigen Veranstaltung die Personen, die überzählige Tickets haben, dazu auf, den Weiterverkauf zum Normalpreis vorzunehmen. "Es soll der Einstandspreis sein, denn nur das ist fair."

Das Limmatschwimmen gibt es seit 1945. Anfänglich war es eine vereinsinterne Angelegenheit, zwischenzeitlich geriet es in Vergessenheit. In den 1980er Jahren entwickelte es sich dann zum "Volksschwimmen" und die Teilnehmerzahlen stiegen kontinuierlich an.