Lukas S. Furler, der 28 Jahre lang am Stadtspital Waid gearbeitet hat, ab 2012 als Direktor, macht den Weg frei für diese Lösung. Der 61-Jährige geht vorzeitig in Pension.

Die beiden Spitäler bieten hervorragende medizinische Qualität und geniessen hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, wie Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri (GLP) am Donnerstag vor den Medien sagte. Aber die Fallkosten sind zu hoch. Es besteht daher dringender Handlungsbedarf.

Kooperation statt Konkurrenz

"Erfolgreiche Spitäler kooperieren," sagte Hauri. Die interne Konkurrenz sei ungesund und bringe wirtschaftliche Nachteile. Ausserdem gebe es Doppelspurigkeiten bei Angeboten und Strukturen. Eine gemeinsame Leitung stärke die medizinische Qualität und steigere die Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Wenn die kantonalen Leistungsaufträge im Jahr 2022 neu vergeben werden, sollen die Stadtspitäler bezüglich Fallkosten besser aufgestellt sein. Denn bei der Vergabe spielt neben der Qualität auch die Wirtschaftlichkeit eine grosse Rolle.

Sofortmassnahmen im 4. Quartal

Die Zeit dafür ist knapp. André Zemp hat daher durchaus Respekt vor seiner Aufgabe. Er soll nun bis Ende Jahr eine Spitalleitung für beide Stadtspitäler bilden und eine Angebotsstrategie erarbeiten. Der Stadtrat werde alles daran setzen, Entlassungen zu vermeiden, sagte Hauri.

Erste Sofortmassnahmen sind bereits im 4. Quartal 2018 geplant. Ziel ist es, die vorhandenen Infrastrukturen und personellen Ressourcen besser auszulasten. So werden beispielsweise Spezialisten vom Stadtspital Waid die konsiliarische Akutgeriatrie am Triemli unterstützen.

Das Palliative-Care-Angebot des Waid soll durch Patientinnen und Patienten des Triemli besser ausgelastet werden. Ausserdem wird das Stadtspital Waid eine gynäkologische und eine augenärztliche Sprechstunde anbieten. In der Verwaltung und im logistischen Bereich werden die Personalabteilungen zusammengelegt. Kodierung, Einkauf und Öffentlichkeitsarbeit werden vereinheitlicht.

Zustimmung und Skepsis

Die eigene Partei stärkt Hauri den Rücken. Er habe den Ernst der Lage erkannt und wolle endlich agieren statt nur zu reagieren, schreibt die GLP in einer Stellungnahme. Die Sicherung von Waid und Triemli als Listenspitäler des Kantons habe vordringliche Wichtigkeit.

Zustimmung signalisiert auch die FDP. Der Stadtrat habe die Probleme erkannt und setze endlich die richtigen Schwerpunkte, wie die Partei schreibt.

Skeptisch äussern sich dagegen die Grünen. Wo die grossen Einsparungen zu erwarten seien, die zu einem besseren Ergebnis führen sollen, bleibe weiterhin unklar, heisst es in einer Stellungnahme. Dass der Stadtrat Entlassungen vermeiden will, wolle die Partei im Auge behalten.

Die SVP sieht im Entscheid des Stadtrats allenfalls einen Zwischenschritt. Ob die Massnahmen ausreichen, um die Kosten in den Griff zu bekommen, bleibe heute offen, teilte die Partei mit. Der Stadtrat sei in der Pflicht, bis Ende Jahr eine neue Spitälerstrategie vorzulegen. Mit dem Entscheid, an zwei Spitälern festzuhalten, werde ein Teil des Resultats vorweggenommen.