Sammlung Bührle
Gemeinderat will wissen, woher Werke im Kunsthaus stammen

Mit einer Diskussion über die Sammlung Bührle hat sich der Zürcher Gemeinderat unverhofft an der aktuellen Debatte über den Umgang mit Kunst aus der Nazi-Zeit beteiligt. Erkenntnisse gab es keine neuen, aber ein klares Bekenntnis zur Transparenz.

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Ein Besucher betrachtet ein Gemälde im Zürcher Kunsthaus

Ein Besucher betrachtet ein Gemälde im Zürcher Kunsthaus

Keystone

Die Sammlung Bührle wird im Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses prominent vertreten sein. Immer wieder gab es deshalb politische Vorstösse, welche eine klare historische Einbettung der Entstehungsgeschichte der Sammlung forderten und grosse Anstrengungen in der Provenienzforschung.

Die AL forderte in einem Postulat unter anderem den vollständigen Zugang zum Archiv der Stiftung Sammlung Bührle für die unabhängige Provenienzforschung. Auch jene Bilder, die sich im Privatbesitz der Familie Bührle befinden, sollten nach dem Willen der AL zugänglich gemacht werden.

In seinem Bericht zum Postulat wies der Stadtrat darauf hin, dass spätestens beim Bezug des Erweiterungsbaus im Jahr 2020 die digitalisierte Sammlung der Stiftung Bührle der Bibliothek des Kunsthauses angegliedert und dadurch öffentlich zugänglich sein wird.

Stadtpräsidentin Corine Mauch betonte am Mittwochabend im Parlament, dass eine offene, transparente und kluge Einbettung der Werke in ihre Geschichte ein wichtiger Schritt zu umfassender Transparenz sei. Die Sammlung und das Kunsthaus könnten damit nur gewinnen. Dieser Ansicht schlossen sich die meisten Parteien an.

Die AL sah ihre Forderungen jedoch nicht gänzlich erfüllt und sprach von Lippenbekenntnissen. Sie nahm den Bericht des Stadtrates ablehnend zur Kenntnis, wie auch die SVP. Wenn es um den Waffenfabrikanten Bührle gehe, stelle er in Zürich eine Beisshemmung fest, sagte ein AL-Sprecher.

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