Grüne und SP haben am Mittwoch im Parlament einen entsprechenden Antrag gestellt.

Am Wochenende war publik geworden, dass drei ehemalige Mitarbeiterinnen in der Abteilung Verteilnetze, dem grössten ewz-Geschäftsbereich, dem Vizedirektor und weiteren Kadermitarbeitern sexuelle Belästigung vorwarfen. Der Vizedirektor hat am Montag seine Stelle gekündigt. Die drei Frauen haben das Unternehmen bereits vor längerer Zeit verlassen.

Bereits im August 2012 hatte das ewz eine Untersuchung eingeleitet. Eine klare Schuld konnte niemandem zugewiesen werden, arbeitsrechtliche Massnahmen drängten sich nicht auf.

Nun wird sich auch noch die GPK mit den Vorfällen beschäftigen und zuhanden des Parlaments einen Bericht verfassen. Grüne und SP forderten einen entsprechenden Beschlussesantrag. Wann dieser auf der Parlaments-Traktandenliste auftaucht, ist noch unklar. Der Antrag wird jedoch eine komfortable Mehrheit finden.

«Nichts zu verbergen»

Auch der zuständige Stadtrat Andres Türler (FDP) hat nichts gegen eine GPK-Untersuchung. «Wir haben nichts zu verbergen», sagte der Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe. Es sei nichts als richtig, dass sich die GPK mit dem Thema beschäftigen werde.

Türler bedauert die Vorfälle ausserordentlich. Diskriminierendes Verhalten werde von der Stadt Zürich bei ihren Angestellten nicht toleriert. Der Umgang untereinander müsse respektvoll sein - und dies sei er ja auch bei der grossen Mehrheit der Mitarbeitenden.

Türler hofft, dass beim kritisierten ewz-Geschäftsbereich bald wieder Ruhe einkehrt, und bereits getroffene Massnahmen ihre Wirkung entfalten. Von den Schlussfolgerungen der noch ausstehenden Berichte und Analysen verspricht er sich Lehren für die ganze Stadtverwaltung - und hofft, «dass wir diese Lehren nie mehr brauchen müssen».