Zürich
Gemeinderat bringt Amok-Alarmsystem in Zürcher Schulen zu Fall

In städtischen Schulen in Zürich werden keine einheitliche Alarmanlagen installiert. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend die Pläne des Stadtrates durchkreuzt und die dafür notwendigen 5,2 Millionen Franken nicht bewilligt.

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Die Gegner sind der Ansicht, dass ein technisches System bloss falsche Sicherheit vorgaukelt. (Symbolbild)

Die Gegner sind der Ansicht, dass ein technisches System bloss falsche Sicherheit vorgaukelt. (Symbolbild)

Keystone

In den 104 Schulanlagen der Volksschule der Stadt Zürich bestehen zwei unterschiedliche Szenarien im Falle eines Notfall-Ereignisses. Die Abläufe etwa bei einen "klassischen" Brandfall sind bekannt und werden geübt.

Für den Fall von Gewaltandrohungen und Amokläufen wollte der Stadtrat ein neues, flächendeckendes Alarmierungs- und Informationssystem einführen. Mit 77 Nein-Stimmen (SVP, FDP, GLP, Teile der SP und der AL) scheiterte sein Antrag jedoch im Parlament deutlich. Lediglich 44 Ratsmitglieder unterstützen ihn (Grüne, CVP, EVP, Teile der SP).

Nach Ansicht der Gegner gaukelt ein technisches System eine falsche Sicherheit vor. Der Mensch sei und bleibe nun mal ein Risikofaktor.

Die Befürworter waren mit den Gegnern einig, dass durch das System ein Amoklauf nicht mit 100-prozentiger Sicherheit verhindert werden könne. Aber es schaffe Möglichkeiten, Abläufe zu standardisieren und dadurch die Sicherheit in einem Ernstfall zu erhöhen.

Stadtrat Gerold Lauber (CVP), Vorsteher des Schuld- und Sportdepartements, hatte keine Verständnis für die Argumentation der Gegner. Dennoch akzeptiere er das Nein. Nun müssten eben andere Wege und Mittel einer effizienten Alarmierung gefunden werden, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Die Stadt werde allenfalls auch mit dem Kanton Kontakt aufnehmen.

Die Baudirektion des Kantons Zürich hat, gestützt auf den Regierungsratsbeschluss vom 13. Juli 2011, Empfehlungen für Schulen im Kanton Zürich abgegeben. Darin sind unter anderem bauliche Massnahmen wie Beschilderungen, Schliesssysteme sowie Alarmanlagen aufgeführt.

Laut Lauber sind die rund 27‘000 Schülerinnen und Schüler sowie die 8000 Erwachsenen, die in den städtischen Schulanlagen unterwegs sind, nach wie vor sicher und müssen keine Angst haben, in die Schule zu gehen.

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