Bei unterirdischen militärischen Schutzbauten betreffen die von der Regierung erlassenen Abweichungen konkret die Anzahl Personen, die einquartiert werden dürfen, wie Conrad Gossweiler, Direktor der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ), auf Anfrage der Nachrichtenagentur erklärte.

Gemäss neuem Notrecht dürfen statt maximal 50 Personen deren 150 in einem Schutzbau untergebracht werden, wenn dieser über einen Ausgang ins Freie verfügt. Gibt es zwei Ausgänge, so beträgt die Maximalzahl gar 250 Personen, wie die GVZ am Donnerstag mitteilte.

Dabei müssen in jedem Fall eine Brandmeldeanlage installiert und zudem stets mindestens zwei Betreuungspersonen vor Ort sein. Eine solche Betreuung sei Standard, so Gossweiler.

"Schutzziel unterschritten"

Weitergehende Abweichungen gelten für oberirdische Unterkünfte wie Büro- und Gewerbehäuser, in denen kurzfristig mehr als 100 Personen untergebracht werden sollen. Ist eine Brandmeldeanlage nicht schon installiert, so kann darauf verzichtet werden, wenn stets mindestens zwei Betreuungspersonen anwesend sind.

Wird die Baute als Unterkunft für weniger als 100 Personen genutzt, so braucht es weder Brandmelder noch Betreuungspersonal. Laut Gossweiler ist aber nicht anzunehmen, dass bewusst knapp unter 100 Menschen einquartiert werden. Ein gewisses Restrisiko bestehe - und "aus der Not heraus" werde es nun grösser als üblich. "Jeder politischen Behörde muss bewusst sein, dass das Schutzziel unterschritten wird."

Immerhin seien bei oberirdischen Unterkünften einerseits die Fluchtmöglichkeiten, anderseits die Interventionsmöglichkeiten für die Feuerwehr besser. Und der Regierungsrat habe die Regelabweichungen bis Ende 2017 befristet.