Die Budgetdebatte hat ihre Spuren hinterlassen. Er wolle ja nicht lamentieren, sagte Tiefbauvorstand Filippo Leutenegger (FDP) gestern an der jährlichen Baustellen-Pressekonferenz der Stadt Zürich mehrmals.

Dass der Gemeinderat mehrere Strassenprojekte, die insbesondere Fahrradfahrern zugutegekommen wären, mit 63 zu 62 Stimmen aus dem Voranschlag gekippt hatte, sei ein demokratischer Entscheid, der hinzunehmen sei.

Eben, Leutenegger wollte nicht lamentieren. Aber er steckt in einer Sandwichposition. Von linker Seite wird dem Vespafahrer vorgeworfen, dass er für die Anliegen der Fahrradfahrer zuwenig tue.

Von rechter Seite wird hingegen das Engagement von Leutenegger, der oft mit dem Rad unterwegs ist und der sich durchaus auch für den Bau von Veloabstellplätzen einsetzt, mit einem gewissen Argwohn verfolgt.

Gestern wies nun Leutenegger auf mehrere Projekte hin, die nach den Budgetkürzungen auf Eis liegen.

So werden nun in diesem Jahr an der Stampfenbachstrasse zwar die alten Tramgleise ersetzt – die eigentlich geplante gleichzeitige Erstellung von zwei Fahrradstreifen kann an dieser Stelle aber wegen des 63-62-Streichentscheides nicht an die Hand genommen werden.

Laut Leutenegger, der nicht lamentieren, sondern nur feststellen wollte, ist an dieser Stelle das Thema Radstreifen nun für 20 Jahre vom Tisch.

In Leuteneggers Tiefbaudepartement setzt man nun auf «Kleinmassnahmen». Wie der FDP-Stadtrat sagte, gingen jeweils relativ viele Reklamationen ein, die Kleinigkeiten betreffen.

Ein «Express-Team Velo» sucht jetzt die ganze Stadt nach Schwachstellen ab. Manchmal reiche es bereits aus, die Markierungen zu erneuern, die Signalisation anzupassen oder zu hohe Randsteine abzuflachen. «So kann schon viel erreicht werden», sagte Leutenegger.