Kantonspolizei Zürich
Geheime Akten im Milieu: Staatsanwaltschaft leitet Strafuntersuchung gegen Polizist ein

Im November tauchten im Rotlichtmilieu sensible Bilder auf. Sie zeigen den Arbeitsplatz eines Zürcher Kantonspolizisten, auf dessen Computer vertrauliche Daten sichtbar sind. Jetzt leitet die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen den Beamten ein.

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Die Daten sollen in die Hände des Betreibers des Rotlicht-Lokals Chilli's gelangt sein.

Die Daten sollen in die Hände des Betreibers des Rotlicht-Lokals Chilli's gelangt sein.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Im November 2017 sorgte der Fall für rote Köpfe: Vertrauliche Daten wurden von einem Computer der Zürcher Kantonspolizei abfotografiert und landeten in den Händen des Betreibers des Rotlicht-Lokals Chilli's. Die Staatsanwaltschaft will nun eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung gegen den Polizisten, dessen Computer auf den Bildern zu sehen ist, einleiten und hat vom Gericht grünes Licht dafür bekommen.

Die Bilder kursierten über Wochen im Milieu und zeigen Akten von Delinquenten inklusive Fotos. Weil sie seit längerer Zeit Streit mit dem Chilli's-Boss hätten, habe dieser die Polizeiakten überall herumgezeigt und gedroht, dass er alles über seine Gegner wisse und dass die Polizei immer auf seiner Seite sei, erzählen die Geschädigten im "Blick". Für sie ist klar, dass der Polizist, dessen Computer abfotografiert wurde, entweder bestechlich oder erpressbar sein muss.

Obergericht erhärtet Verdacht

Wie die Boulevardzeitung schreibt, erhärtet ein Beschluss des Obergerichts den Verdacht. Der Polizist, dessen Arbeitsplatz abgebildet ist, sei auch derjenige, der im Computer auf die Akten zugegriffen habe. Er wird verdächtigt, entweder die Fotos selber gemacht oder einer Drittperson die Aufnahmen ermöglicht zu haben.

Die Motive sind unklar, auch weil der Polizist auf eine Stellungsnahme verzichtet. Er ist weiterhin vom Dienst suspendiert. Noch bis Mitte Januar hat er Zeit, Rekurs gegen die Strafuntersuchung einzureichen.