Der Gegenvorschlag des Zürcher Gemeinderats zur «Gründstadt-Initiative» sieht vor, dass der öffentliche Grünraum auf Stadtgebiet aktiv gesichert wird. Zudem werden bei Annahme der Vorlage Massnahmen ergriffen, um bestehende Grünräume zu schützen und zu vernetzen. In diesem Wortlaut deckt sich der Gegenvorschlag mit der im März 2014 eingereichten Volksinitiative «Für den Schutz und die Förderung von Grün- und Freiräumen» der Grünen.

Lediglich in einem Punkt unterscheidet sich der Gegenvorschlag, über den die Zürcher Stimmbürger in vier Wochen befinden. Die ursprüngliche Volksinitiative der Grünen forderte eine Übergangsregelung. Gemäss dieser hätte kein Land aus einer Nichtbauzone in eine Bauzone und keine Zone von Familiengärten in eine Zone Sport- oder Freizeitanlage umgewandelt werden dürfen, solange der Schutz von öffentlichen Grünräumen in allen Quartieren der Stadt nicht in der Gemeindeordnung erfasst ist. Dies sollte Gemeinde- und Stadtrat zu raschem Handeln bewegen. Offenbar verfehlte diese Forderung ihre Wirkung nicht. Denn der Gemeinderat revidierte im April 2016 den regionalen Richtplan. Darin sind die Forderungen der Grünen eingeflossen. Daher zog das Initiativkomitee die ursprüngliche Volksinitiative zugunsten des nun zur Abstimmung stehenden Gegenvorschlages im Januar 2017 zurück.

Stimmen die Zürcher am 21. Mai der Vorlage zu, wird die Verpflichtung, auch beim verdichteten Bauen ausreichend Grünflächen zu sichern, in die Gemeindeordnung übernommen. Jedoch verzichtet der Gemeinderat darauf, die zu sichernde Grünfläche genau zu beziffern. Diese Angaben definiert der überarbeitete regionale Richtplan nämlich wie folgt: Auf jeden Einwohner kommen acht Quadratmeter Grünraum und fünf Quadratmeter Arbeitsplatz.

In den weiteren Vorgaben deckt sich der Gegenvorschlag mit dem Richtplan. Dieser sieht vor, dass die Grünräume für die Bevölkerung langfristig gesichert werden. Zudem sind die Grün- und Landschaftsflächen untereinander zu vernetzen. Über die endgültige Revision des Richtplans entscheidet nun der Regierungsrat.

Die Vorlage wird von der städtischen BDP, CVP, SP, AL, Grüne, GLP und EVP unterstützt. Die Nein-Parole ergriffen die SVP und die FDP. Gemäss diesen beiden Parteien gehe die Verankerung der Vorlage in der Gemeindeordnung zu weit.