Weil die Initiative als ausformulierter Entwurf eingereicht worden sei, bleibe dem Stadtrat bei der Umsetzung kein Spielraum, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Der Stadtrat empfehle deshalb dem Grossen Gemeinderat die Ablehnung des Volksbegehrens.

Das eigentliche Ziel der Initiative, die Zahl der Arbeitsplätze stark zu erhöhen und so die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, sei jedoch zentral. Der Initiative werde deshalb ein indirekter Gegenvorschlag gegenübergestellt, der auf zwei Pfeilern beruhe.

Vorgesehen seien einerseits Massnahmen in Zusammenhang mit der neuen 12-Jahres-Strategie des Stadtrates und den daraus abgeleiteten Legislaturschwerpunkten für die Legislatur 2014 - 2018. Andererseits soll der Grosse Gemeinderat regelmässig über die eingeleiteten Massnahmen informiert werden.

Gute Rahmenbedingungen schaffen

Neue Arbeitsplätze schaffen will der Stadtrat vor allem durch gute Rahmenbedingungen. Dazu gehören etwa die Überarbeitung der Gewerbe- und Industrielandpolitik, mehr Effizienz beim Bewilligungsverfahren durch die elektronische Bearbeitung von Baugesuchen und eine optimalere Betreuung von Unternehmen, die sich in Winterthur niederlassen wollen.

Um die Verbindlichkeit der strategischen Planung und der Legislaturschwerpunkte zu erhöhen, bietet der Stadtrat dem Parlament als Teil des indirekten Gegenvorschlages an, die Berichterstattung zu den Massnahmen und Legislaturzielen auszubauen und ihm alle zwei Jahre ein Reporting über die aufgegleisten Massnahmen sowie die Entwicklung der Arbeitsplätze zur Kenntnisnahme vorzulegen.

Die Initiative strebt ein Verhältnis von 70 Arbeitsplätzen auf 100 Einwohner bis im Jahr 2030 an. Die Grünliberalen wollen damit erreiche, dass Wohnen und Arbeiten in Winterthur wieder näher zusammenrücken und so der schleichenden Entwicklung zur Schlafstadt entgegenwirken.

GLP ist enttäuscht

Der Gegenvorschlag des Stadtrates sei meilenweit entfernt von der Absicht der Grünliberalen, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Die Exekutive reagiere mutlos, liste vorwiegend bekannte und längst beschlossene Massnahmen auf und nenne keine konkreten Ziele.

Die GLP macht damit klar, dass sie an der Initiative festhalten wollen. Nur wenn die Initiative angenommen und umgesetzt werde, könne Winterthur die «Liga der Schlafvororte» verlassen und zu regionalen Wirtschaftszentren wie Schaffhausen oder Biel aufschliessen.