"Wildhüter statt Jäger"

Gegen Volksinitiative: Kantonsrätliche Kommission will Milizjagd beibehalten

Sowohl die zuständige Kommission des Kantonsrats als auch der Regierungsrat empfehlen, die Volksinitiative "Wildhüter statt Jäger" abzulehnen. (Symbolbild)

Sowohl die zuständige Kommission des Kantonsrats als auch der Regierungsrat empfehlen, die Volksinitiative "Wildhüter statt Jäger" abzulehnen. (Symbolbild)

Die kantonale Volksinitiative «Wildhüter statt Jäger» findet auch in der zuständigen Kommission des Kantonsrates keine Freunde. Diese lehnt das Begehren einstimmig ab und fordert die Beibehaltung der Milizjagd. Eine Minderheit will mit einem Gegenvorschlag aber die Treibjagd verbieten.

Die Initianten aus Tierschutzkreisen fordern, dass die Jagd in ihrer heutigen Form im Kanton Zürich abgeschafft wird. Stattdessen soll ein "Wildtier-Management mit professionell ausgebildeten Wildhütern" eingeführt werden. Der Wildtierbestand müsse natürlich reguliert werden. Die Jagd auf Wildtiere sei heute nicht mehr zeitgemäss.

Ganz andere Meinung sind die Mitglieder der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) im Kantonsrat. Wie bereits der Regierungsrat empfehlen sie, die Initiative abzulehnen - und zwar einstimmig, wie sie am Donnerstag mitteilten. Es gebe keinen Grund, die Wildhut staatlich besoldeten Wildhütern zu übertragen.

Die Jagd in den heutigen Revieren funktioniere dank der gut ausgebildeten Jägerinnen und Jäger sowie der engen Zusammenarbeit der Behörden, Verbände und der Land- und Forstwirtschaft sehr gut. Die Entwicklung der Wildtierbestände in der stark genutzten Kulturlandschaft könne nicht sich selbst überlassen werden.

Die Kommission bezweifelt zudem die Wirksamkeit einer rein staatlichen Wildhut und rechnet mit Schäden und Kosten von bis zu 30 Millionen Franken in der Land- und Forstwirtschaft. Sie betont zudem, dass die jagdliche Regulierung und das Eingreifen bei kranken und verletzten Tieren notwendig und wissenschaftlich anerkannt sei.

Verbot von Treib- und Baujagd

Nur in einer durch menschliche Einflüsse unberührten Wildnis könnten sich Wildtierbestände selber regulieren, schreibt die WAK. Fände eine Regulierung nicht mehr statt, stiegen die Wildtierbestände unkontrolliert an und würden die Lebensraumkapazität rasch deutlich übersteigen, warnt die Kommission.

So hat die Initiative denn auch quer durch die Parteien keine Chance. Auch SP und Grüne erachten die Selbstregulierung als unrealistisch in einem dicht besiedelten Gebiet wie dem Kanton Zürich mit rund 800 Einwohnern pro Quadratkilometer. Sie fordern vom Regierungsrat aber trotzdem einen Gegenvorschlag.

Zur Verbesserung des Tierschutzes sollten die umstrittenen Treib- und Baujagden verboten werden, betont die Kommissionsminderheit. Die Treibjagd habe in den letzten drei Jahren immerhin 35 Prozent der gesamten Jagd ausgemacht.

Weil ein Verbot aber aufgrund der Fristen nicht im Rahmen des anstehenden neuen Jagdgesetzes geprüft werden kann, soll ein allgemein anregender Gegenvorschlag das Anliegen aufnehmen.

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