Zürich
Gegen teure Mieten und für bezahlbaren Lebensraum demonstriert

Einige hundert Personen forderten an der Kundgebung "wem gehört Zürich2 mehr bezahlbaren Wohnraum. Insgesamt 20 Organisationenunterstützten den Anlass.

Florian Niedermann
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Demonstranten kritisierten Immobilienkonzerne für spekulative Bautätigkeit.

Demonstranten kritisierten Immobilienkonzerne für spekulative Bautätigkeit.

Zur Verfügung gestellt

Einige hundert Personen haben am Samstagnachmittag mehr bezahlbaren Lebensraum gefordert. Die bewilligte Demonstration stand unter dem Motto «Wem gehört Zürich?» und wollte insbesondere auf die Verdrängungsprobleme in der Limmatstadt aufmerksam machen. Angeführt wurde der Demonstrationsumzug von einer tanzenden Trommlergruppe. Auf mitgeführten Plakaten wurden diverse Forderungen erhoben: «Wagenplatz statt PJZ», «Kein Profit mit Wohnraum» oder «Europaallee, nein danke» waren darauf etwa zu lesen. Zahlreiche selbst gebaute Demofahrzeuge — eine Abrissbirne, verschiedene Klötzli-Häuser, ein Mobimo-Monster, Musikwagen sowie Transparente prägten die Kundgebung, die während rund zweieinhalb Stunden durch die Zürcher Innenstadt zog.

Quartiervereine beteiligten sich

Der Zug führte von der Rathausbrücke zum Helvetiaplatz. Unter den Teilnehmenden befanden sich Mitglieder von Genossenschaften und Quartiervereinen. Ihre Anliegen brachten jedoch auch karitativ-soziale Institutionen vor sowie Kleingewerbler und Leute aus der Hausbesetzerszene. Gemäss einer Mitteilung der Organisatoren wurde der Anlass von mehr als 20 Organisationen unterstützt. Sie schätzten die Teilnehmerzahl im Nachhinein gar auf rund 2000 Personen. Die Demonstranten hätten mit ihrer Kundgebung «ein unüberhörbares Zeichen gegen die Gentrifizierung und Verdrängung durch Immobilienspekulation» gesetzt, hiess es darin.

Das Abendprogramm der Veranstaltung mit Nachtessen und Konzerten fand im Anschluss der Kundgebung auf dem Labitzke-Areal in Zürich Altstetten statt.

Kletteraktion im Vorfeld

Bereits in der Nacht vom Freitag auf Samstag hatten mehrere unbekannte Aktivisten in einer gross angelegten, spektakulären Aktion rund 50 Baukräne auf dem ganzen Stadtgebiet erklettert und diese weitherum sichtbar mit gelbem Absperrband sowie mit Spruchbändern markiert. «Die markierten Baukräne stehen für die spekulative Bautätigkeit der Grossimmobilien-Konzerne», schrieben die Organisatoren der Kundgebung von Samstag in ihrer Mitteilung.